Brett Anderson - Slow Attack - Cover
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Brett Anderson Slow Attack


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbst das allerletzte, trotz Regen, nass-kaltem Wind und fallenden Blättern weiterhin unerschütterliche und sonnendurchflutete Gemüt wird spätestens jetzt, beim Lauschen der nunmehr dritten Studioveröffentlichung innerhalb von drei Jahren des ehemaligen Frontmanns der leider viel zu früh verschwundenen Britpopper von Suede zugeben müssen, dass der Herbst nun endgültig bei uns angekommen ist.

Und „Slow Review“ von Brett Anderson macht seinem Namen größtenteils auch alle Ehre. Zumindest was die langsam-melancholisch daher träumende und somit direkt angesteuerte Grundausrichtung dieser äußerst ruhigen Platte angeht. Poppig-leicht geht anders. Aber das dürfte ja eigentlich auch kein Problem dar-hören, solange im Ergebnis dann auch eine Ohrmuschel voll wunderschöner Songs dabei herauskommt. Wie z.B. auf der für dunkelgraue und besinnliche Abende am Kaminfeuer wie geschrieben zu sein scheinende Klavierschmachtballade „Frozen Roads“ oder dem brillanten „The Swans“, das sich in seiner düster-triefenden und hervor klingenden Nick Cave-Atmosphäre mörderisch-balldesk aalt.

Die bereits auf dem Vorgänger angeschlagene harmonisch-eingängige Songgangart wird dieses Mal zwar ebenso konsequent fortgesetzt. Aber im Vergleich zum musikalisch deutlich zurückhaltenderen „Wilderness“ bieten sich anno 2009 deutlich mehr Freiräume zur instrumentellen Vertonung der Anderson'schen Kompositionen. Nicht nur noch ausschließlich auf Gesang, Piano und Bretts Stimme konzentriert, entfalten sich Stücke wie die erste Singleauskopplung „The Hunted“ zu instrumental-hymnischen Britpop-Höhepunkten. Aber auch der tolle Ausstieg, mit sanft angeschlagenen Pianoklängen zu „Leave Me Sleeping“ besticht in seiner Intimität und kargen Schönheit.

Nicht alle Songs können das teilweise durchaus hohe Niveau eines wieder einmal melancholisch-ausufernden Brett Anderson halten. Es gibt zwar keine musikalischen Ausfälle zu beklagen. Jedoch fragt man sich am Ende doch, was aus dieser Platte hätte werden können, wenn sich alle Lieder im Highlight-Bereich eines „Scarecrows And Lilacs“ getummelt hätten. Dennoch ist „Slow Review“ mehr als eine solide Akustik-Begleitung langer und trister Herbsttage.

Anspieltipps:

  • The Hunted
  • Frozen Roads
  • Scarecrows And Lilacs
  • Leave Me Sleeping

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