Between The Buried And Me - The Great Misdirect - Cover
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Between The Buried And Me The Great Misdirect


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Between The Buried And Me mögen Extrema. Das sind die Dinger, die man im Mathematikunterricht der elften Klasse ständig berechnen musste. Hoch-, Tief- und Wendepunkte. Nur sind diese Extrema musikalischer Natur. Denn hier werden viele Metalstile (und nicht nur die) in ein hoch komplexes, vertraktes Kunstwerk eingebettet, das nicht nur vor sich hin prügelt, sondern vielmehr dank seiner plötzlichen Stilwechsel, besonders Laut-Leise-Kontrasten, seine Faszination entwickelt.

Der Hörer wird aber nicht sofort von einer Lawine überrollt. „The Great Misdirect“ beginnt sehr ruhig, denn „Mirrors“ ist eine Art sanfte Einleitung. Sie gewöhnen den Musiklauschenden stufenweise an ihre Härte und Ruhe, Verrücktheit und Gelassenheit. „Obfuscation“ startet deutlich energiegeladener, die ersten Growls verlassen die Kehle des Sängers, und trotzdem entspricht der Track nicht dem gewohnten Härtestandard der US-Amerikaner. Mag vielleicht an den modernen Metalrichtungen liegen, die hier bevorzugt verarbeitet werden. Deutlich brutaler ist der Einstieg in „Disease, Injury, Madness”, eine Ladung Death-Metal, die nach etlichen Wendungen, Tempoänderungen, verträumten Minuten und einem kuriosen Träller-Part, wieder in Erscheinung tritt, den Kreis und damit das Lied wieder abschließt.

Wichtig ist, dass sich Between The Buried And Me mit „The Great Misdirect“ nicht wiederholen. Das Album ist anders geworden als sein Vorgänger „Colors“. Aber worin denn eigentlich? Musik nicht zum Nebenher hören ist es nach wie vor, Quantität und Qualität stimmen auch, aber der Einflussbereich hat sich geändert. Weniger klassisch Progressive Passagen sind zu vernehmen, dafür mehr Metalcore. Die plötzlichen Breaks sind seltener und die ruhigen Passagen sind ebenfalls anders. Mit „Desert Of Song“ zum Beispiel ist Ihnen ein, man mag es gar nicht aussprechen, wahrhaftig melodischer, schöner Rocksong geglückt, der im krassen Gegensatz zum Rest sogar Rundfunktauglich wäre. Das gab es auf dem Vorgänger nicht.

„Fossil Genera – A Feed From Cloud Mountain” beginnt mit einigen kitschigen Keyboardtönen und Pfeiffeinlagen, durchläuft natürlich einige Änderungen und gefällt besonders im letzten Teil, der durch eine akustische Passage eingeleitet wird und in einem fast orchestralen Klang mündet. Auf 17 Minuten lassen sich die Herren in „Swim To The Moon“ aus, kratzen sogar einen Opeth-Sound an, und erreichen mit diesem Longtrack die Qualität des Vorgängers. Hier stimmt die Vielschichtigkeit, die Abwechslung, die Kontraste. Beim Rest wirken diese Eigenschaften ein wenig vernachlässigt, oder besser gesagt undeutlicher. Vorwerfen kann man das den Jungs aber nicht, denn sonst wäre es eine Kopie von “Colors“. So ist es ein gelungener schwerer Brocken Musik, denn man erst einmal verdauen muss.

Anspieltipps:

  • Disease, Injury, Madness
  • Desert Of Song
  • Swim To The Moon

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