Scumbucket - Heliophobia - Cover
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Scumbucket Heliophobia


  • Label: Nois-O-Lution/INDIGO
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wiederveröffentlichungen gibt es mehr als genug. Doch wie viele Bands kommen schon auf die Idee, das eigene Debütalbum zum zehnjährigen Bandbestehen komplett neu einzuspielen? Scumbucket jedenfalls fanden diese Idee aufregend genug um sie in die Tat umzusetzen und liefern jetzt im 13. Lebensjahr verspätet das Ergebnis. Im Angesicht der Nachfrage und Rarität des Originals macht diese Veröffentlichung auch durchaus Sinn und ist ganz sicher kreativer und spannender als eine simple Neuauflage. Leider liegen zur Besprechung von „Heliophobia“ nicht die Songschablonen von „Heliophobe“ (1997) vor, wodurch an dieser Stelle kein direkter Vergleich zum Original folgen kann.

Eröffnet wird der einstündige Ritt durch Post-Grunge und Alternative-Rock Gefilde mit Teil eins von „Dis My Naff“, bei dem Sänger Kurt Ebelhäußer zunächst vollkommen unkontrolliert rumkrakelt, um anschließend in seinen typisch monoton-rauchigen Gesang überzugehen. Der Song rumpelt, bollert und haut den Hörer wie bei einer Achterbahnfahrt hin und her, um ihn anschließend schludrig-wankend zu entlassen. Trotz Überarbeitung wirkt der Song jedoch seltsam unausgegoren, irgendwie unfertig. In Songs wie „Drag“ packt das Trio fast schon metallisch tief grummelnde Gitarren aus und drücken ihn fünf Minuten lang schleppend vor sich hin.

So merkt man den Songs auf jeden Fall an, dass sie zu einer Zeit entstanden sind, als die Band noch ganz am Anfang stand. Sie klingen trotz ihres zeitgemäßen Neuanstrichs sehr rückwärtsgewand. Die Gitarrenriffs von „Super "C"“ oder „Doc Store“, welches sich nach dreimünitigem agressivem Geschrammel im atmosphärischen Mid-Tempo verliert, zum Beispiel hätten so ähnlich auch von Nirvana kommen können. Die Stücke sind zum Teil kurz und auf den Punkt gebracht, wie „Etah“ oder das auf lediglich einem Riff basierende Instrumentalstück „Workalcoholic“, dann wieder lassen sich Scumbucket Zeit wie bei dem tollen Abschluss „Dead Man Walking“, welches zerbrechlich beginnt und sich schwermütig zu seinem Ende schleppt. Eingängige Refrains, wie sie zum Beispiel auf dem neuestem Album „Sarsaparilla“ (16.04.2010) zum Zuge kommen, sind hier nicht zu finden, wodurch sich „Heliophobia“ erst nach und nach erschließt, wenn sich die Musik zum Beispiel in langgezogenen Instrumentalparts verliert („Big Step For Mankind“).

Dem Album liegt ein 16-seitiges Leporello bei, sodass es für die Fans auch was zu sehen gibt. Auch das Cover ist überarbeitet worden, in dieser Form aber eigentlich auch nicht hübscher als vorher. Dennoch kann die Neueinspielung der Debüts zumindest künstlerisch als voller Erfolg gewertet werden. „Heliophobia“ ist ein dicker Brocken, an dem man sich erstmal abarbeiten muss und der mit mehrmaligem Hören besser und besser wird und ist in der Tat spannender als das kürzlich veröffentlichte „Sarsaparilla“.

Anspieltipps:

  • Blame
  • Drag
  • Super "C"
  • Doc Store
  • Dead Man Walking

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