Adoro - Für Immer Und Dich - Cover
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Adoro Für Immer Und Dich


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles was Rang und Namen hat, wird hier mehr oder weniger gut dargeboten.

Es gibt CDs, die machen es einem verdammt einfach, etwas über sie zu schreiben. Da ist es nach wenigen Zeilen schon getan, aber für alle, die Adoro noch nicht kennen: Peter, Laszlo, Assaf, Jandy und Nico sind allesamt junge Opernsänger, die das Radio nicht selten laufen lassen und da die Oper stark am Rande des Aussterbens ist, kam der brillante Gedanke, Popsongs mit Orchester und fulminantem Gesang aufzunehmen. Gesagt, getan: Adoros selbst betiteltes Debüt fand großen Anklang. Die superromantischen, ja kitschigen Versionen berühmter Lieder wie „Liebe Ist Alles“ sorgten bei vielen Leuten für Begeisterung. Und auch wenn das Ergebnis bei objektiver Betrachtung nichts Besonderes ist, haben die Jungs ihrer Sparte und der Oper etwas Gutes getan, weil sie zeigten, dass Orchester auch „cool“ sein kann.

Aus dem bloßen Promo-Projekt wurde also ein festes Engagement, das neben guter Werbung für die Oper ja auch einen beträchtlichen Nebenverdienst darstellt. Natürlich macht es den Jungs auch jede Menge Spaß, die Lieder aufzunehmen. Kein Wunder, denn viel muss da nicht gearbeitet werden. So schön die ganze Arrangements klingen, sind sie doch nicht zu kompliziert gehalten und der Gesang selbst dürfte den Jungs, die hier ja beinahe ihre Stimmbänder schonen, eher leicht fallen. Es gewinnen also alle. Der Hörer darf kraftvollen, durchweg kitschigen Hymnen lauschen und Adoro sich über weitere nette Einträge ins Gästebuch der Homepage freuen. Von Universal Music will ich gar nicht erst anfangen. Es ist fast schon verwunderlich, warum die CD nicht erst zur Weihnachtszeit herauskommt, denn an und für sich ist sie das perfekte Geschenk.

Alles was Rang und Namen hat, wird hier mehr oder weniger gut dargeboten. So ist „Liebe Ist“ von Nena wirklich hörenswert und Westernhagens „Freiheit“ dagegen schlichtweg zu aufgeblasen. Wer die Originale der Lieder jedoch nicht kennt, wird durchweg zufrieden sein, obwohl es auffällt, dass diesmal mehr Tracks dabei sind, die ihren Weg nicht so einfach in den Gehörgang finden. Der Titeltrack zum Beispiel tut sich da eher schwer und steht da nicht ganz alleine. Ansonsten ist von den 48 Minuten der Großteil äußerst brauchbar, wenn man Schnulzen und Operngesang der einfacheren Sorte mag. Nicht schüchtern sein und ausprobieren. Tausende Hörer können nicht irren. Oder doch? Spätestens mit der Schlusshymne „Horizont“ muss man sich dann aber Gedanken machen, wie man die Zuckerschicht aus den Boxen rausbekommt oder man hört einfach gleich noch mal. Aber vorsichtig, das könnte Ohrkaries geben.

Anspieltipps:

  • Liebe Ist
  • Sie Sieht Mich Nicht
  • Ich Bin Ich (Wir Sind Wir)

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