Snoop Dogg - Malice ´N Wonderland - Cover
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Snoop Dogg Malice ´N Wonderland


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Snoop Doggs legendären G-Funk sucht man bis auf wenige Ausnahmen auch auf „Malice N Wonderland“ vergeblich.

Als neuer kreativer Vorsitzender des wieder belebten legendären HipHop-Labels Priority Records, auf dem in der bald 25-jährigen Geschichte u.a. Alben von Ice-T, N.W.A., Ice Cube, Master P und Easy-E erschienen, geht Calvin „Snoop Dogg” Broadus (38) in sein 20. Karrierejahr als Gangsta-Rapper. Mitgebracht hat er sein zehntes Soloalbum „Malice N Wonderland“, mit dem er zu seinen Wurzeln zurückkehren will. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn Snoop Dogg kennt die Verlockungen des Mainstream nur zu gut und die Einflüsse aus R&B und Pop haben auch bei ihm im Laufe der Jahre zu Soundveränderungen geführt.

Snoop Doggs legendären G-Funk sucht man jedenfalls bis auf wenige Ausnahmen auch auf „Malice N Wonderland“ vergeblich und seine Gangsta-Attitüde ist längst nicht mehr so ausgeprägt wie am Anfang seiner Karriere. Doch zumindest ansatzweise ist der gute alte Snoop noch zu erkennen. So vermischt er Samples des Old-School-Klassikers „It takes two“ sowie von „Think (about it)” im Opener „I wanna rock” und das kurze „2 minute warning“ stellt mit Sirenengeheul und dem Klacken einer Schusswaffe eine Verbindung zur Straße/ins Ghetto her. Danach geht es mehr in Richtung Club-Sounds („1800“, „Different languages“), wobei Crunk-Star Lil Jon (38) und R&B-Newcomerin Jazmine Sullivan (22) gefeatured werden. Mehr als Durchschnitt ist das dargebotene Liedgut aber nicht.

Interessanter sind da schon die Kollaborationen mit Soulja Boy („Pronto“) und The-Dream („Gangsta luv“), der später noch einmal in Erscheinung tritt. Hier mischen sich Snoops Raps mit Dance-Sounds und Auto-Tunes verseuchten Südstaaten-HipHop. Den Fans des puristischen Snoop-Dogg-Styles dürften sich hier ganz schön die Nackenhaare aufstellen, zumal Snoop mit „That’s tha homie“ und „Upside down“ gleich noch zwei Tracks dieser stilistischen Richtung hinterher schiebt.

Ab diesem Punkt wird zunehmend klarer, dass Snoop Dogg die kurve auf diesem Album nicht mehr kriegen wird. Denn es folgen nur noch Duette mit einem obsoleten R. Kelly („Pimpin ain’t EZ“), The-Dream („Luv drunk“) sowie Brandy und Pharrell Willimas in einer einschläfernden R&B-Ballade („Special“). Das reicht weder für einen gelungenen Neuanfang, noch zur Belebung des Kult-Labels Priority Records.

Damit ist Snoop Doggs Achterbahnkarriere einmal mehr auf einem Tiefpunkt angekommen. Doch keine Sorge! Der 38-Jährige wäre nicht da, wo er ist, wenn er nicht das Zeug dazu hätte, sich wieder zu berappeln und ein deutlich inspirierteres Werk als „Malice N Wonderland“ vorzulegen.

Anspieltipps:

  • Pronto
  • Secrets
  • Gangsta luv
  • 2 minute warning

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