Mumford & Sons - Sigh No More - Cover
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Mumford & Sons Sigh No More


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist kein Flugzeug. Auch kein Vogel. Und Dave Matthews ist höchstens geistiger Pate der Stimmband-Akustik von Troubadour Mumford.

Is it a bird? Is it a plane? Is it a Dave Matthews? Die stimmliche Ähnlichkeit von Mumford & Sons Haupt-Vokalist Marcus Mumford und dem in Südafrika geborenen Matthews ließe, sobald sich „Sigh No More“ auf geschmeidige Art und Weise im heimischen Abspiel-Medium gemütlich eingerichtet hat zumindest letzteres durchaus in Betracht ziehen. Und dabei immer dran denken: Seufzen verboten!

Und warum hier absolut keinerlei seufzen angebracht ist, kriegt man dann auch schon nach wenigen Takten unter die Ohren gerieben. Die Musikkapelle aus London lädt bereits mit dem Entree Ihres Debütalbums zu einem zauberhaften Ohrenschmankerl. „Sigh No More“ beginnt gezupft und Choralartig beladen bis die vier Briten schließlich so richtig einsteigen, um hier nachdrücklich ihre Saiten und Stimmbänder mit einzubringen. Das verfängt sich unmittelbar in den Gehirnmembranen und verdient sich eindrucksvoll das Prädikat, eines akustischen Wiederholungstäter. Ebenso wie das direkt anschließende „The Cave“, das im Refrainpart immer wieder von wilden Speed-Banjo-Einlagen durch des Hörers Gehörgänge getrieben wird.

Mumford und seine Söhne hantieren mit Streichern, Bläsern, unzähligen Gitarrenelementen, mehrstimmigen Gesang und platzieren sich mit ihrer ungemein packenden Soundmischung irgendwo zwischen den Kings Of Convenience, den Fleet Foxes, Billie The Vision & The Dancers oder David Gray. Auch „Roll Away Your Stone“ zehrt seine audiale Begeisterung aus den phantastisch schönen Übergängen behutsamer Passagen und Country-angehauchten Zwischensprints. Ob das entblätterte und zarte Liebeslied „White Blank Page“, das von Streicher-Einheiten flankiert wird oder ein teilweise traurig anrührendes „I Gave You All“. Ohne jegliches Süßholzgeraspel funktionieren hier die melodiösen Folk-Arrangements mit denen die jungen Engländer eine warme und vertraute Atmosphäre herbei musizieren, die sich wie auf dem grazilen und seinem Namen alle Ehre machenden „After The Storm“ unnachahmlich an die Trommelfelle schmiegt.

Es ist kein Flugzeug. Auch kein Vogel. Und Dave Matthews ist höchstens geistiger Pate der Stimmband-Akustik von Troubadour Mumford. Die Melodien auf „Sigh No More“ brausen aber dennoch wie ein Düsenjet in die Ohren, die Band zwitschert traumhafte Melodien wie ein quickfideler Pirol und Mumford & Sons betören mit einem rundum gelungenen Folk-Album, zu dem man wenn überhaupt, auch nur aus Zufriedenheit seufzen darf. Bitte mehr davon!

Anspieltipps:

  • Sigh No More
  • The Cave
  • Roll Away Your Stone
  • Awake My Soul
  • After The Storm

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