Bettina Koester - Queen Of Noise - Cover
Große Ansicht

Bettina Koester Queen Of Noise


  • Label: Asinella/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

In den 80er Jahren gemeinsam mit Gudrun Gut als Malaria! zu Stilikonen des Dark Wave aufgestiegen, war Bettina Köster nach dem größten Hit „Kaltes klares Wasser“, der unter anderem einige Cover-Versionen mit sich zog (die bekannteste stammt wohl von Chicks On Speed), eher im Filmgeschäft (mit „Anatomy of terror“ behandelt die Deutsche das Regime in Burma) und als Autorin (ihr letzte Werk lautet „Mandalay moon“) tätig.

Mit ihrer ersten Soloplatte „Queen of noise“ beruft sich die Berlinerin auf ihre künstlerischen Anfänge und verwebt gekonnt düstere Elektroteppiche mit exaltiertem Gesang und avantgardistischer Attitüde. Neben den selbst geschriebenen Kompositionen haben sich zudem zwei Neufassungen von „Helter skelter“ (The Beatles) und „Femme fatale“ (Lou Reed bzw. Velvet Underground) eingefunden, die ganz im Stil von Köster von treibendem Beat bzw. wabernden Sounds durchzogen sind, welche den bekannten Duktus der Originalversionen gehörig auf den Kopf stellen und in ihrer neuen Form sowohl in der stroboskopdurchfluteten Indie-Disco als auch in der schummrigen Ecke eines Clubs ihr Dasein fristen könnten. Ähnlich verhält es sich mit den eigenen Stücken aus der Feder der Deutschen, die ihre düstere und dunkle Seele neben der allgegenwärtigen Downbeat und Electro-Affinität vor allem durch Kösters tiefes Organ preisgeben.

„Queen of noise“ wird dadurch eine heikle Gratwanderung zwischen unkonventioneller Meditationsmusik („Holy water“, „Femme fatale“, „Regina“, „Thar she blows“) und unruhigen („Grab me“, „Fianc´ a fianco“, „Ocean drive“) bis extrovertierten Clubsounds („Via Pasolini“, „Crime don´t pay (Stupid)“, „Confession“) beschieden, deren schwarze Stimmung kein komplettes Album zu tragen vermag, selbst wenn diese effektiv und konsequent in Szene gesetzt wurde. Köster glänzt als brummende Dirigentin der Beats zwar, mit Höhepunkten schmeißt sie aber nicht um sich. Anhänger von Malaria!, New Order, Joy Division oder The Cure sollten der Scheibe jedoch trotzdem einen Durchgang gönnen, denn gute Ansätze sind ohne Frage auszumachen.

Anspieltipps:

  • Confession
  • Holy Water
  • Crime Don´t Pay (Stupid)

Neue Kritiken im Genre „Electro“
8/10

Atlantic Oscillations
  • 2019    
6.5/10

A Bath Full Of Ecstasy
  • 2019    
Diskutiere über „Bettina Koester“
comments powered by Disqus