The Longcut - Open Hearts - Cover
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The Longcut Open Hearts


  • Label: Melodic Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem überaus beachtlichen, druckvoll chaotischen wie melodischen Debüt „A Call And Response“ (2006) legt das Trio The Longcut aus Manchester nun nach. Im Sommer bereits über ihre Homepage als Download zu beziehen, erscheint „Open Hearts“ über das Indie-Label Melodic, nachdem die britische Formation zwischendurch ohne Plattenfirma da stand. Das hatte allerdings keinen negativen Einfluss auf den Schreibprozess, denn fokussiert auf die Live-Energie fand man den richtigen Weg, um das Ungestüme des Debüts etwas zu zügeln, ohne weniger dringlich zu klingen. Aufgenommen im Proberaum der Band und in der heimischen Dusche (man beachte den Hall-Effekt), produziert von Nine Black Alps Gitarrist David Jones und befreiend lärmend.

So geben sich Sänger/Drummer Stuart, Gitarrist Lee und Bassist Jon, die allesamt auch für die Keyboards zuständig sind, schon beim Opener „Out At The Roots“ keine Blöße. Es flirren die Gitarrenwände über krachigen Drums und Keyboard-Effekten, um in bekannter Manier das Tempo zu drosseln, längeren Instrumentalpassagen Zeit zu geben und schließlich wieder energetisch zu rocken. Der sechsminütige „Tell You So“ baut sich langsam auf, glänzt zu Beginn noch mit einem dünnen Soundteppich, was Sänger Stuart auf den Plan ruft und seine hall-belegte, sehnsüchtige Stimme in den Vordergrund rückt. Man könnte fast an eine Ballade denken, wenn punktgenau ab der Hälfte nicht ein Stakkato-Beat einsetzen würde, alles charmant im Proberaum-Sound untergebracht, und hektische Gitarrenriffs die Ruhe in Energie verwandeln.

Sicherlich liegt da der Begriff des atmosphärischen Noise-Rock nicht weit entfernt, doch was The Longcut so speziell macht, sind die Ausreißer, welche deutlich klarer im Klanggebilde und zielstrebiger den Indie-Dancefloor beackern. „Evil Dance“ ist zum Beispiel zu ein electro-betonter Ausflug, bei dem die Flächen des Synthesizers schlicht wie sachdienlich daherkommen. Um die Spannung zu halten, bedarf es da schon die dichten Percussions und den raueren Gesang zum Ende des Stücks. Doch ansonsten gibt es nichts zu meckern, wenn The Longcut etwas weniger stürmisch zum Zweitling ausholen. Ihre Mischung aus songdienlichem, lärmigem Rock, in dem sich unter der Oberfläche die Melodien entfalten und auch mal Pop durchscheint, ist nach wie vor eine Ohrenweide.

Anspieltipps:

  • Out At The Roots

  • Tell You So
  • Open Hearts
  • The Last Ones Here

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