Shirley Bassey - The Performance - Cover
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Shirley Bassey The Performance


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Man stelle sich vor, Whitney Houston oder Britney Spears veröffentlichen mit 72 Lebensjahren nach 20 Jahren Pause ein Comebackalbum. Eine skurrile oder beängstigende Vorstellung, denn ihr ausschweifender Lebenswandel sorgt wohl nicht für ewig begeisternde Stimmbänder. Da gibt es andere Kandidatinnen, die nie aufhören werden, exzellent zu singen und zu klingen. Die Queen von England ernannte die Sängerin Shirley Bassey zur „Dame Shirley Bassey“ und diese sah jetzt die Zeit gekommen im oben genannten hohen Alter eine neue CD einzuspielen. Take-That-Chefkomponist Gary Barlow, The Manic Street Preachers, KT Tunstall, Rufus Wainwright und die Pet Shop Boys kamen dem Ruf der letzten großen Diva ins Studio nach und es entstanden elf neue Songs, die einmal mehr beweisen, dass echtes Gesangstalent nie verloren geht.

Der Opener „Almost There“ hinterlässt schon staunende Gesichter, weil nach sanften Beginn die Dame Bassey ihrer beachtlichen stimmlichen Kraft freie Bahn gibt: Beeindruckend und faszinierend wie nach so vielen Jahren die Bassey ihre Hörer berühren kann. Mit zarter, meist aber mit energischer und ausdrucksstarker Power-Stimme zieht sie alle Register und auch musikalisch gibt es aufgrund der zahlreichen Gastsongschreiber viel Abwechslung zu hören. „Apartment“ ist ein lockerer Wainwright-Track, der mit einer spanischen Gitarre und Trompeten sehr beschwingt daherkommt und gleichzeitig nie die Botschaft dieses Longplayers aus den Augen verliert: Die Stimme von Shirley Bassett drängt unaufhaltsam in den Vordergrund und dominiert dermaßen, dass alles andere verblasst.

„This Time“ ist eine Ballade, die eher klassischer Natur ist und sehr stark dramatisch klingt und das gefällt der Dame Shirleys Stimmgewalt. „The Girl from Tiger Bay“ schufen die Manic Street Preachers und mit eindeutig hörbaren stark steigendem Gitarrenanteil bemerkt man deren musikalischen Einfluss durchaus und das hört sich richtig gut an. Die Pet Shop Boys komponierten den Schlusstrack „Performance of my life“ und herausgekommen sind viele Geigen, enormer Bombast und so gar kein typischer PSB-Song.

Alle Songschreiber-Gäste scheinen sich der britischen Sängerin unterzuordnen und arbeiten nur daran, dieser unvergleichliche Stimme den besten Platz zu verschaffen. Dabei gibt es aber keine altmodische Musik zu beanstanden, sondern es kommen teilweise sehr moderne Klänge aus den Boxen. Schon 1997 arbeitete Bassey mit den elektronischen Propellerheads und der Song „History Repeating“ wurde zum weltweiten Hit.

Dabei regieren aber auf dieser CD schon die reduzierten und dramatischen Klänge, die Shirley Bassey so wunderbar performen kann. Wenn alle Comeback-Alben qualitativ so gut wären wie Shirley Basseys Werk, gäbe es keine Musikkritiker mehr, doch darf die Dame Bassey keinesfalls nochmal 20 Jahre verstreichen lassen.....

Anspieltipps:

  • Almost There
  • The Girl from Tiger Bay
  • After The rain

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