Kevin Devine - Brother´s Blood - Cover
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Kevin Devine Brother´s Blood


  • Label: Arctic Rodeo Records
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei Seelen, die in Kevin Devine ruhen, und jede ist schön und großartig instrumentiert.

Kevin Devine, Singer/Songwriter aus New York, versteht es seit Jahren, hochwertige Songs im Albumformat unter die Leute zu bringen, wobei da auch das neue, fünfte Album „Brother´s Blood“ keine Ausnahme macht. Erstmalig bei Arctic Rodeo Recordings unter Vertrag, bekommt er dafür gleich eine edle Verpackung, die sowohl die CD, als auch die farblich in verschiedenen Varianten erhältliche Vinyl-Version schmückt. Mit ausgestanztem Cover und liebevoller Digipak-Aufmachung samt Booklet mit Texten stellt dieses in Download-Zeiten mittlerweile leider eine Ausnahme dar. Umso schöner, dass neben der Verpackung auch der Inhalt stimmt und man sich über rockige Arrangements wie über melancholische Folk-Perlen freuen darf.

Unterstützt wird Kevin Devine von der Goddamn Band (Brian Bonz, Chris Bracco, Mike Skinner, Russell Smith, Mike Strandberg), aufgenommen wurde in den New Yorker Headgear Studios, wo auch Jesse Lacey von Brand New Einzug hielt, um mit „Tomorrow´s Just Too Late“ ein überaus gelungenes Duett zu präsentieren. Bevor dieses mit zart gezupfter Gitarre und in bester Folk-Manier „Brother´s Blood“ ausklingen lässt, passiert jedoch noch viel mehr, als man sich nach dem Opener „All Of Everything, Erased“ vielleicht erträumt hat. Ein Auftakt, der beschwingten Country serviert und dabei neben dem tollen Songwriting-Gespür von der sanft umschmeichelnden Stimme Devines profitiert.

Um seiner Musikauffassung schließlich gerecht zu werden, braucht es für den Amerikaner mehr als, zugegebenermaßen höchst mitreißendem, Folk/Country, wie es ihn derzeit wie Sand am Meer gibt. Schon bei „Carnival“ wird es rockig-hymnischer, bis man schließlich fast im Power-Pop landet oder das Album zumindest Fahrt aufnimmt, was ihm nicht nur auf längere Sicht sehr gut tut. Es folgt quasi Hit an Hit, ob klassischer Midtempo-Indie-Rock a la „Another Bag Of Bones“ mit lieblichem Wüstenflair und erneuten Folk-Anleihen, denen immer die passende Melodie und ein kerniges, ausgereiftes Pop-Verständnis vorauseilt, dem die nötigen Ecken verabreicht werden.

Psychedelisch treibt die Slide-Gitarre den erdigen Blues des Titeltracks vor sich hier, während ein herausragendes Gitarren-Solo und druckvoller werdende Drums dem Song eine Explosion bescheren, welche Kevin Devine nutzt, um seine sanfte Stimme gegen einen Wutausbruch einzutauschen. Schnell wieder versöhnt geht es danach in ruhigen Wohlklang über, von dem besonders „It’s Only Your Life“ zu Herzen geht und „I Could Be With Anyone” wieder dem euphorischen Power-Pop huldigt. Zwei Seelen, die in Kevin Devine ruhen, und jede so schön und großartig instrumentiert, dass der Liebe zu diesem Longplayer nichts mehr im Wege steht.

Anspieltipps:

  • Carnival
  • Brother’s Blood
  • It’s Only Your Life
  • I Could Be With Anyone

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