The Young Republic - Balletesque - Cover
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The Young Republic Balletesque


  • Label: End Of The Road
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus Tennessee kommt der Sechser von The Young Republic. Mit Jazz- und Klassikausbildung bewaffnet führt bei der Herkunft scheinbar erst einmal kein Weg am Country vorbei. Doch dieser tritt beim zweiten Album „Balletesque“ nur hintergründig auf und dazu noch in poppige Folk-Tendenzen getaucht. Viel mehr ist es Kammermusikalisches und Theatralisches, was den Indie-Pop von The Young Republic schmückt - veredelt und gemischt von Stuart Sikes (The White Stripes, Cat Power, Modest Mouse). Die ausführliche Instrumentierung samt Violine, Pedal Steel und Piano tut ihr übriges, um schnell Gefallen an der Band um Sänger/Gitarrist Julian Saporiti zu finden.

Wenn beim Auftakt „The Alchemist“ die Gitarren noch dreckig röhren, von der Orgel und den Bläsern aber in feinfühlige Regionen gelenkt werden, denkt man nicht zu Unrecht dank der feierlichen, vielschichtigen Musik voller Rhythmus- und Stimmungswechsel an Inspirationsquellen wie Arcade Fire. Dazu gesellen sich windschiefe Violinen, deren filmmusikalische Dramatik so manchen Break zu verantworten hat, bevor es wieder drängend gen Pop-Olymp geht und bizarre Fanfaren die Nacht erhellen. Nicht selten fühlt man sich darüber hinaus an dick aufgetragene Rock-Opern erinnert, deren naturgemäß eher klebrige Substanz vom torkelnden „Black Duck Blues“ oder der piano-getragenen Wohltat mit flanierender Weite namens „Napoleon Roses“ außer Kraft gesetzt wird.

Wohin diese Reise nun wirklich geht, kann man bis zum Ende nicht sagen, aber viel wichtiger ist es sowieso, das vielfältige, herausfordernde, aber stets wohlbedacht erobernde Treiben in sein Herz zu lassen, obwohl oder gerade weil Julian Saporiti auch recht knurrig seinen Gesang darbieten kann. Das bleibt allerdings die Ausnahme und wird vom sehnsüchtig verhaltenen wie innbrünstig nach den Sternen greifenden Vocals eingerahmt, gerade dann, wenn die Violine am sehnsüchtigsten tönt. Selbst die Stadion-Rock-Tendenzen plus rumpelndem Garagen-Charme fügen sich mit laufender Spielzeit kaum irritierend in das Gesamtbild, wie besonders der Titeltrack und der spielerische Blues-Rocker „The Wolf” beweisen. Schade nur, dass der Pedal Steel Gitarre verhältnismäßig wenig Freiraum gelassen wird, denn diese hätte sicher die allzu gegenwärtigen Streicher an manchen Stellen gewinnbringend ersetzen können.

Anspieltipps:

  • Black Duck Blues
  • Napoleon Roses
  • The Wolf
  • Bows In Your Arms

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