Chris Garneau - El Radio - Cover
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Chris Garneau El Radio


  • Label: Fargo/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein lebhaftes, keineswegs mehr ausschließlich reduziertes Album voller Sogwirkung.

Chris Garneau aus Brooklyn ist ein junger Songschreiber mit einem Gespür für intensive Gefühlsdarbietungen, die auch in ihrer instrumentalen Sparsamkeit nichts einbüßen. Das war so beim Debüt „Music For Tourists“ (2007) und ließ Kritiker wie Hörer fasziniert staunen. Woche für Woche kamen neue Interessierte zu seinen kleinen Epen und schon wurde der Amerikaner zum hoffnungsvollen Newcomer, der anscheinend spielerisch leicht mit seinem Debüt umgarnt, was seine zarte Stimme und die Atmosphäre hergibt. In New Hampshire machten sich Chris Garneau und Freunde an das zweite Album „El Radio“, welches 13 Songs beinhaltet und diese im Tracklisting in 'April Showers', 'Il Fait Chaud', 'In Autumn' sowie 'Winter Songs' unterteilt, dabei aber die unterschiedliche Herangehensweise nicht von der Unterteilung abhängig macht.

So entsteht ein lebhaftes, keineswegs mehr ausschließlich reduziertes Album voller Sogwirkung und einem Fluss, dem man einfach nur folgen kann. So vielseitig wie Chris´ Stimme ist auch die Instrumentierung, um schließlich doch perfekt als Ganzes zu funktionieren. In allem wohnt etwas magisch Verträumtes, ob nun im Harmonium des Openers „The Leaving Song“, das ergänzt um Geigen sehnsüchtig den Reigen eröffnet und vom glückseligen Piano-Spiel bei „Dirty Night Clowns“ wunderbar gekontert wird. Neben fröhlich verspielten Piano-Pop-Nummern, wie „No More Pirates“ mit seinen triumphierenden Bläsern und Percussions, finden sich selbstredend auch melancholische, unglaublich intensive Songs, deren Ruhe so manchen Sonntag vor der Bedeutungslosigkeit retten wird.

Jeder Facette, die Chris Garneau auf „El Radio“ offenbart, sitzt an der richtigen Stelle und versteht es, gehörig um den Finger zu wickeln. Gesanglich zwischen flüsternd, hauchend und euphorisch pendelnd gehen Songwriting, Ausstrahlung und Gesamtwirkung Hand in Hand, so dass man wirklich von einer echten Perle im Veröffentlichungsherbst sprechen kann, der das vielfältige Instrumentarium bestens steht und eben den tollen Harmonien sowie dem griffigen, erquickenden Songwriting in nichts nachsteht.

Anspieltipps:

  • The Leaving Song
  • No More Pirates
  • Fireflies
  • Pirates Reprise

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