Stereophonics - Keep Calm And Carry On - Cover
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Stereophonics Keep Calm And Carry On


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Neu erfinden wird sich Kelly Jones definitiv nicht mehr.

In seichten Gewässern dümpeln die Stereophonics ja eigentlich schon immer. Im Sinne der Elaboration ihrer oder Kelly Jones’ Gefühlswelt freilich. Aber zu Beginn ihrer Karriere, Ende der neunziger Jahre, waren sie schon etwas Rock-integerer und lieferten sich ein medial inszeniertes Positionsgerangel mit BritPop-Rock-Acts wie Supergrass und anderen zur ambitionierten Thronstürzung der Gallagher-Brüder.

Nun haben das weder Supergrass noch die Stereophonics tatsächlich geschafft, dass sich Oasis selbst erledigen würden, quasi fast schon absehbar, aber ab und an hatten die drei Waliser hierzulande schon den ein oder anderen Chartkracher; in ihrer Heimat indes zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: dort sind die Stereophonics eine Konsensband des Brit-Rock oder wie auch immer -Pop, mit nicht weniger als fünf Nummer-Eins-Alben.

Trotzdem hat es zum Weltruhm nicht gelangt. Innerhalb ihrer Musikart dürfte der Hauptgrund wohl Inkonsistenz sein. Die Stereophonics hatten gute frühe Alben, seit langem aber nur noch, vor allem vom Songwriting her, unkreative, fade Gesamtresultate mit je ein, zwei guten Rock-Pop-Songs, die ein Zerrbild im Radio verbreiteten.

Nicht anders sieht es auf dem neuen Album „Keep Calm & Carry On“ aus. Neu erfinden wird sich Kelly Jones definitiv nicht mehr, dieselben Liebesjammerlieder und Liebeshoffnungssongs zementieren seine stetige Suche nach jener Beständigkeit, die ihm doch immer wieder misslingt. Dabei sind, wie schon lange, die Balladen der unnötige und kaum ertragbare Teil dieser an sich wenig Ungemach bereitenden Musik.

Die leichten Rock’n’Roll-Nummern, die wenig Intention beinhalten und wahrscheinlich auch reichlich spontan entstehen, erscheinen als ihre eigentliche Stärke, derer sie sich nicht bewusst sind oder sein wollen. Als da wären „She’s Alright“, „Trouble“, „I Got Your Number“ und „Stuck In A Rut“. Der Rest: ab in die Versenkung musikalischen Masseneinheitsbreis. Da hilft auch eine markante Stimme wenig.

Anspieltipps:

  • She’s Alright
  • I Got Your Number
  • Stuck In A Rut
  • Trouble

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