The Swell Season - Strict Joy - Cover
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The Swell Season Strict Joy


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

John Carneys gefühlvoller, Oscar-prämierter Musikfilm „Once“ aus dem Jahr 2006 beschreibt die Geschichte von einem irischen Straßenmusiker (Glen Hansard von The Frames) und einer osteuropäischen Pianistin (Marketa Irglova), die sich nicht nur musikalisch näher kommen. Obwohl bereits die Bilder verzücken, wird dieses Werk erst mit der Musik zu einer nahezu unvergesslichen Reise in so leidliche wie bewegende Gefühlswelten, die nicht wenige persönlich erfahren haben dürften. Im „realen“ Leben, das sich grundsätzlich nicht vom Storyboard des Films unterscheidet, lernen sich die Beiden über Marketas Vater kennen, der Promoter in der Tschechischen Republik ist. Die gelegentlichen gemeinsamen Sessions, in denen die Pianistin mit Glens Band The Frames spielt, nehmen konkretere Formen an, als das Film-Angebot samt Soundtrack eintrudelt. Schließlich werden einige Songs daraus auf ihrem Debütalbum „The Swell Season“ im Herbst des Jahres 2006 veröffentlicht.

Zum Nachfolger, nämlich „Strict Joy“, nennen sie sich praktischerweise gleich The Swell Season und liefern ein schönes Herbstalbum ab, das sicher allerdings auch danach noch für großartig befunden wird. Insgesamt rockiger und dichter arrangiert setzen Glen Hansard sowie Marketa Irglova den eingeschlagenen Weg auf erfrischende Art fort. So macht der Opener „Low Rising“ deutlich, dass Glens Gesang ausgereifter daherkommt und sogar ein E-Gitarren-Solo zu finden ist, während Streicher und sanftmütige Drums den gewohnten Seelenbalsam bereiten. Gewöhnungsbedürftig sind zwar die präsenten Bläser, was jedoch schnell wieder in Wohligkeit seitens des Hörers umschlagen wird, setzt doch „Feeling The Pull“ genau da an und kommt so ungemein feierlich betörend daher, dass es eine wahre Freude ist.

Auch die ruhigen, reduzierten Momente haben (zum Glück) ihren Platz auf „Strict Joy“, wobei besonders die Songs hervorzuheben sind, in denen Marketa zumindest den Duett-Gesang, wenn nicht noch besser den alleinigen Part an den Vocals übernimmt. Den ersten ganz großen Moment offenbart „In These Arms“ mit wundervoller Slide-Gitarre, stichelnden Worten von Glen und dem befreienden Refrain, wo neben den weiblichen Vocals auch das Piano brilliert. So fügt sich alles zum Guten, die neuen Elemente werden von The Swell Season schließlich mit der richtigen Relation in den Longplayer integriert und so gerät das überaus beschwingte, ja tanzbare „The Rain“ mit seinem Glockenspiel, wirbelnden Percussions und gar synthetischen Beats zum Glücksgriff, wie auch das komplette Album. Zerbrechlich schwebende Gänsehaut-Garanten wie „Fantasy Man“ und „I Have Loved You Wrong“ sollten jedoch weiterhin das Herzstück von The Swell Season bleiben. Dann wird auch in Zukunft rein gar nichts schiefgehen.

Anspieltipps:

  • Feeling The Pull
  • In These Arms
  • The Rain
  • I Have Loved You Wrong

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