Expatriate - In The Midst Of This - Cover
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Expatriate In The Midst Of This


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor rund fünf Monaten schickte die (neuerdings Wahl-Berliner) Newcomerband Expatriate (eigentlich in Sydney, Australien zu Hause) – namentlich: Ben King (Gesang, Gitarre), Damian Press (Gitarre, Synthesizer), Dave Molland (Bass) und Cristo Kollias (Drums) – ihre „Home“-EP ins Rennen, um das hiesige Publikum auf ihr Debütalbum „In The Midst Of This“ heiß zu machen. Das hat, sagen wir mal, bis dato nur bedingt geklappt, denn in Sachen Berichterstattung bekam man von dem Quintett nicht gerade eine mediale Breitseite verpasst. Als aktueller Tour-Support von Placebo hat man Expatriate jedenfalls höchstens am Rande wahrgenommen.

Jetzt soll es also der in Australien schon seit zwei Jahren erhältliche Debüt-Longplayer „In The Midst Of This“ richten, auf dem die Jungs aus Down Under in einer Mischung aus 80er Jahre Wave Pop, einer Prise 90er Jahre Indie-Rock sowie charttauglichen Bloc Party/Maximo Park/Editors/Placebo-Referenzen schwelgen. Das riecht förmlich nach einer lang gesuchten Erfolgsformel, die Expatriate mit Produzent John Goodmanson (Nada Surf, Wu-Tang Clan, Death Cab For Cutie) in trockene Tücher gebracht haben.

Dazu passt auch, dass „In The Midst Of This“ stark in Richtung Breitwandsound und Stadion-Rock tendiert und gerne mal bei alten Helden der 80er Jahre in Sachen Gesang (The Cure) und Gitarrensound (U2) abkupfert, was mitunter in schier unfassbaren Parallelen wie im Song „Are you awake?“ mündet. Auffällig ist dabei, dass die bereits von der „Home“-EP bekannten Stücke „Blackbird“ und „Gotta get home“ hier wie dort zu den besten Songs zählen. Daraus könnte man schließen, dass Expatriate nicht mehr als diese beiden Kracher gelungen sind – und liegt damit nicht ganz falsch.

Was die Australier anbieten ist nicht schlecht, haut aber auch nicht aus den Latschen! Vielleicht agieren sie zu oft mit angezogener Handbremse und verstricken sich zudem mehr als nötig in den klanglichen Referenzen ihrer musikalischen Vorbilder. Unterm Strich lässt sich über ein Album wie dieses zwar kaum meckern, aber eben auch keine großartigen Lobeshymnen verbreiten.

Anspieltipps:

  • Crazy
  • Blackbird
  • Gotta get home
  • Times like these
  • The spaces between

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