Flyleaf - Memento Mori - Cover
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Flyleaf Memento Mori


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hierzulande waren sie nahezu in Vergessenheit geraten. Geschlagene drei Jahre (für die Amerikaner sogar vier Jahre) liegt die Erscheinung des Debütalbums zurück. Doch jetzt haben Flyleaf sich angeschickt, mit “Memento Mori” wieder einen Langspieler auf die Welt loszulassen. Auf der faulen Haut lag das texanische Quintett seit ihrem ersten Album „Flyleaf“ keineswegs. Der Veröffentlichung folgte eine mehrteilige, sehr ausgiebige Tour-Phase. Mit zahlreichen Singleauskopplungen, Videoclips und Re-Releases hielt sich die Band dabei, zumindest in den USA, die ganzen Jahre über auf der Bildfläche.

Nun, da das Erstlingswerk so effizient wie nur möglich gemelkt wurde, werden uns endlich einige brandneue Songs vor den Latz geknallt. Da fällt zunächst auf, dass in die Musik dieser christlichen Formation zunehmend Pop-Elemente Einzug halten, indem die Songs einfach ein klein wenig glattgebügelter und Mainstream-orientierter daherkommen (als ohnehin schon). Die an einer Hand abzuzählenden, dafür aber wirkungsvoll platzierten Shouting-Einlagen von Sängerin Lacey Mosley („I’m So Sick“ etc.) fallen auf „Memento Mori“ schon mal weg. Ihr sehr emotionaler Gesang wurde etwas gezähmt. Vergleiche mit Bands wie Paramore drängen sich jetzt viel stärker auf. Vor allem dank Laceys nach wie vor prägnanter Stimme behalten Flyleaf aber ihre eigene Note, trotz Songs wie „Missing“ und „Tiny Heart“, die erschreckende Radiotauglichkeit aufweisen.

Produzent Howard Benson (Papa Roach, Hoobastank, Kelly Clarkson, Creed) wurde für diese zweite Scheibe erneut verpflichtet und ist wieder Garant für einen knackigen Sound mit einigen kleinen Spielereien. Flyleaf bleibt Flyleaf, auch auf „Memento Mori“, nur scheinen sie ihre leichte Düsternis, mit der sie einst in Erscheinung traten, abgelegt zu haben. Zeugte das erste Album noch von einer Art spätherbstlichen Atmosphäre, ist der Sound nun quasi im Frühling angekommen. Eingängige Rhythmen und hübsche Melodien treten in den Vordergrund. Mit dieser dezenten Entwicklung kann man sich durchaus anfreunden, schließlich landen Flyeaf damit den ein- oder anderen Treffer ins Herz.

„Memento Mori“ bietet gut gemachten Alternative-Rock von solidem Wiedererkennungswert, der von einer starken Stimme getragen wird und erhält hiermit das für viele zweite Alben reservierte Prädikat „nicht besser, nur anders“. Flyleaf zeigen Entwicklungsfähigkeit, wohlgemerkt in die positive Richtung. Dabei scheinen sie offensichtlich noch größere Chancen auf Erfolg zu wittern. Das kann man ihnen aber auch nicht verübeln. Der lateinische Ausdruck „Memento mori“ ist der Appell, sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst zu sein. Indem sich Flyleaf bei ihrer Rückkehr an ein noch breiteres Publikum richtigen, nehmen sie sich dies zu Herzen, denn wer nicht in den Charts ist, überlebt nur schwer.

Anspieltipps:

  • Again
  • In The Dark
  • Missing
  • Chasm

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