The Tangent - Down And Out In Paris And London - Cover
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The Tangent Down And Out In Paris And London


  • Label: InsideOut/EMI
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Tangent, eine der vielen Retro-Prog-Bands aus England, hat einmal mehr Bäumchen wechsle dich gespielt. Viele Gesichter haben diese Band geschmückt und in diesem Jahr war Schlagzeug und Bass an der Reihe neu besetzt zu werden. Der Titel des Albums klingt stark nach einem Live-Album und auch das Cover mit dem verwackelten Eiffelturm bekräftigt diesen Eindruck. Trotzdem handelt es sich um das fünfte Studioalbum der Band.

Die Musik ist leider nur an wenigen Stellen wirklich stimmig. Einige schöne Klänge hier und dort, aber wirklich spannend ist das Ganze nicht. Innovation wird zwar von solchen Bands nicht erwartet, aber schaden würde sie niemandem. Zu oft finden abgegriffene Gitarren- und Keyboardklänge Eingang in die Kompositionen. Das ist uninspiriert, uninteressant und langweilig. Absolutes Negativbeispiel ist „The Company Car“, das nicht nur disharmonisch klingt, sondern auch noch lustlos gesungen wird. Auch beim abschließenden „Ethanol Hat Nail“ springt kein Funke über. Eine Verkettung zusammengewürfelter Ideen, die in leise Freejazz-Passagen abdriften oder sogar kakophonische Züge annehmen. Eine gehörige Portion Geduld ist hier nötig, daher Respekt, wer das wiederholt durchhören kann.

Dabei beginnt das Album mit „Where Are They Now?“ viel versprechend. Entspannte und rockige Elemente fließen ineinander über und bieten einiges, woran sich der Hörer festhalten kann. In „Paroxetine – 20mg“ fängt mit kreischenden Keyboardsounds leider schon der Abwärtstrend an. Vielleicht sollte angesichts des vorliegenden musikalischen Materials die Einnahme der 20mg Antidepressiva tatsächlich ausprobiert werden., aber die Gefahr sich dank der Nebenwirkungen mit dem Firmenwagen in Paris zu verlieren sind groß. Ein Lichtblick, der besonders in „Perdu Dans Paris“ auffällt, ist das klasse Spiel von Neuling Jonathan Barett auf einem bundlosen Bass, das eine angenehme Nuance beisteuert und ein wenig an At War With Self erinnert. Hier stimmt, auch dank des Saxophons, wenigstens die Stimmung.

Von einer angeblichen Prog-Soupergroup kann und muss mehr erwartet werden. Lediglich zwei ordentliche Songs, wenn auch immerhin 30 Minuten Musik ausmachend, sind einfach zu wenig. Vor allem weil auch diese nichts Neues bieten.

Anspieltipps:

  • Where Are They Now?
  • Perdu Dans Paris

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