Titiyo - Hidden - Cover
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Titiyo Hidden


  • Label: Despotz Records/CARGO
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir schreiben das Jahr 2001 und über Wochen ist ein Song aus den deutschen Radiostationen kaum mehr weg zu denken. „Come Along“ heißt der Titel, der sich bis in die vorderen Ränge der Charts frisst. Doch wie heißt die Sängerin? Diese Frage dürften sich die meisten Leser stellen, die beim Lesen des Songtitels wohl unwillkürlich innegehalten haben, um für sich die ersten Takte des noch immer populären Songs zu summen. Titiyo heißt sie, eine bis dato kaum beachtete Sängerin. Im heutigen Musikbusiness kaum zu glauben, dass die Schwedin bis heute noch nicht einmal versucht hat, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Erst jetzt, acht Jahre nach ihrem internationalen Durchbruch folgen also erste musikalische Lebenszeichen mit dem neuen Album „Hidden“.

Und das hat mit „Come Along“ erst einmal erstaunlich wenig zu tun. Keine entspannten Gitarrenklänge, keine griffige Eingängigkeit. Aber auf der anderen Seite auch nicht der Versuch, sich bei der derzeit populären Radio-Soul Marke Amy Winehouse anzubiedern, wie es in der letzten Zeit leider zu häufig geschehen ist. Das Ergebnis ist in erster Linie überraschend eigenständig und ebenso unspektakulär wie erfreulich.

Songs wie der Opener „Awakening“ geben die neue Marschrichtung vor: die Synthesizer regieren. Wer nun aber auf tanzbare Disco-Stampfsongs hofft, wird genauso enttäuscht, wie die „Come Along“-Fans der früheren Tage. Lässig schleichen sich die neun Tracks durch die Gehörgänge, ohne auf Widerstand zu stoßen. Das ist freilich in erster Linie Begleitmusik für ruhige Momente, nicht für ausgelassene Partystunden. Die Songs rauschen vorbei, setzen sich nicht fest, wollen das vermutlich auch gar nicht. Und wenn dann einmal doch die Club-Beatmaschine aufspielt wie bei „Longing For Lullabies“ klingt das eher aufgesetzt und wie an ein Publikum adressiert, das an dem Album ohnehin keine Freude haben wird.

Die Frage nach der Zielgruppe darf nämlich getrost einmal gestellt werden. Freilich ist „Hidden“ Popmusik in Reinform, allerdings in großen Teilen für ein Mainstream Publikum kaum geeignet. Ein Widerspruch in sich? Zweifellos, aber genau das ist der Grund, warum Titiyo einerseits Applaus für ein eigenständiges Album verdient und andererseits mit genau diesem wohl kaum an frühere Erfolge wird anknüpfen können.

Anspieltipps:

  • Awakening

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