Morton Valence - Bob And Veronica Ride Again - Cover
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Morton Valence Bob And Veronica Ride Again


  • Label: Bastard/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal gibt es doch noch was Herzensgutes für den treuen, Tonträger-kaufenden und mit vielen Mitteln die Künstler unterstützenden Menschen, der auch vielleicht etwas den Achtzigern oder Früh-Neunzigern nachtrauert, als es noch mehr Hingabe kostete, über den Lieblingskünstler auf dem aktuellen Stand zu sein. Obwohl es nicht in Schwelgerei ausarten soll, gibt doch die Veröffentlichung „Bob And Veronica Ride Again“ von Morton Valence zumindest einige Denkanstöße in diese Richtung. Wenn nicht, dann ist es doch zumindest musikalisch eine gelungene Verbeugung vor britischer Pop-Musik aus diesen Dekaden und wahrlich seelenvoll samt sprudelnder Ideen, die zusammenhängender kaum sein könnten.

Bevor es zu der kunterbunten Mischung aus Songwriter-Pop, melancholischem Indie-Rock, Synthesizer-Spielerei und dem wunderbaren, am schönsten im Duett erstrahlenden Gesang von Anne Gilpin sowie Robert Hacker Jessett (zusammen Morton Valence) geht, noch folgende Informationen in Sachen oben angedeutetem Herzblut: Auf der ernüchternden Suche nach einem neuen Label baten Morton Valence einfach die Fans um Mithilfe für die Kosten der Aufnahme und Vermarktung. Da der Zuspruch anscheinend immens war, gibt es zum regulären Album auch noch eine 110-seitige Novelle um „Bob And Veronica Ride Again“ obendrauf. Das versteht sich nicht als schlichtes Beiwerk, denn die Musik macht Laune auf mehr, auch lyrischer Natur.

So singt Anne Gilpin im Opener noch auf sakrale Art, während beim träumerischen Duett „Chandelier“ langsam Fahrt aufgenommen wird und das Glockenspiel noch so manchen Herbstabend retten wird, wobei der zweistimmige Gesang mindestens genauso das Zeug dazu hat. Weiter geht es mit „Sequin Smile”, dem düster-hypnotischen Verweis auf The Jesus And Mary Chain mit der eigenen, hymnischen Note und erneut herausragendem Gesang, wo sich „Ordinary Pleasures“ auf charmant-tröpfelnde Weise und feinsten Orgel-Klängen gleich mit einreiht. Man weiß am Ende wirklich nicht mehr, was nun schöner ist: Der kühle Disco-Pop von „Funny Peculiar“, das zeitlupenartig umwerfende „Nobody Understands“ oder doch gleich die Kombination aus allem, was das Duo hier abliefert.

Anspieltipps:

  • Sequin Smile
  • Ordinary Pleasures
  • Funny Peculiar
  • Nobody Understands

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