OneRepublic - Waking Up - Cover
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OneRepublic Waking Up


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Apologize“ war der Song des Jahres 2008. Nicht zuletzt weil er der Titelsong einer der erfolgreichsten deutschen Filme, Til Schweigers „Keinohrhasen“, war und diese Version mit Meister Timbaland begeisterte zu Recht die Massen. Das Debütalbum der Band OneRepublic, die diesen Song geschaffen hat, wurde ähnlich erfolgreich und nun steht Werk Numero Zwei am Start.

Ohne Timbaland, allerdings weiterhin auf seinem Label Mosley Records komponierte OneRepublic-Mastermind Ryan Tedder, der auch schon für andere Künstler wie Leona Lewis, z.B. den Hit „Bleeding Love“, produzierte, alle elf Tracks des so schwierigen zweiten Silberlings, den er auch eigenhändig produzierte. Es ist sicher auf den ersten Blick beeindruckend, dass für die Fortsetzung des oben genannten Films, die „Zweiohrküken“ heißen wird, die herzzerreißende Ballade „Secrets“ ähnliche Hitqualitäten zu besitzen scheint wie „Apologize“. Aber was dann noch an musikalischen Einfällen folgt, scheint so offensichtlich Coldplay, U2 und Co. schlecht(!) geklaut, dass es körperlich weh tut. „Waking up“ verwendet dreist die „The Edge“-Gitarre von U2 und „Marchin' on“ ist so furchtbar langweilig, da fehlt eindeutig die zündende Idee oder sogar das Talent.

Die meisten Tracks wurden hörbar am Reißbrett für den bestmöglichen Erfolgs entworfen und so klingen sie dann leider auch: Piano, Geigen, ein stark leidender Sänger Tedder und auch schon noch eine Prise Gitarren und man merkt umgehend sofort: So viel Kuschelpop erträgt einfach kein normaler Mensch. „All the right moves“ kopiert die eigene Idee: Scheppernde Timbaland-Drums erinnern so stark an „Apologize“, da fragt man sich was das denn soll? „Everybody loves me“ nimmt sich einfach Becks „Loser“ vor und entwendet teilweise dessen Anfangs-Klänge ohne irgendein schlechtes Gewissen. Als letztes Beispiel für die Teddersche Einfallslosigkeit darf man „Good Life“ nennen, welches als echter Beweis für Songwriting steht, dass nur darauf abzielt Pop-Musik zu komponieren, die kurzfristig mit ihrem aufgeblasenem Pathos-Gehabe das Ohr belästigt und langfristig furchtbar unwichtig und einem fast peinlich sein muss.

Wer absolut Durchschnittliches mag, liegt hier richtig, doch ist zu befürchten, dass OneRepublic mit diesem leider erfolgreichen Schmusepop weiterhin Platten wie diese produzieren dürfen, die wohl nur für unbelehrbare Kuschelbären richtig schön klingen. Auf dieser CD wurde der Kitsch-und Klaufaktor doch dermaßen ausgereizt, das man einfach nur schwer von OneRepublic enttäuscht ist.

Anspieltipps:

  • Secrets
  • All This Time

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