Blackfield - Live In New York City - Cover
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Blackfield Live In New York City


  • Label: KScope/EDEL
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Jahre 2007 begaben sich Steven Wilson und Aviv Geffen, zusammen unter dem Namen Blackfield tätig, auf eine Europa und US-Tournee, um ihr damals zweites Werk vorzustellen. Am Abend des 16. März gastierten Sie im New Yorker Bowery Ballroom und nahmen ihre erste Konzert-DVD auf. Ja, das ist schon etwas her, aber es handelt sich hierbei um ein Re-Release. Interessant ist es dennoch, besonders für alle, die sich eine CD-Version des Konzerts wünschten. Mit diesem neuen Hardbook-Digipack bekommen wir nämlich beides, CD und DVD.

Wer Blackfield nicht kennt, ist selber schuld! Art-Pop der besonderen Art, also Kunst, na ja ihr wisst schon. Steht ja schließlich schon in der Musikbezeichnung. Das englische Multitalent und der israelische Popstar nehmen Pop-Rock Strukturen und statten sie mit bitter süßer Melancholie samt traurigen, gar apokalyptischen Texten sowie absolut ergreifenden, tief emotionalen Melodien aus. Egal ob der Nachruf für den ersten Gitarristen von Pink Floyd, Syd Barrett, („Christenings“), das wundervolle „Hello“ mit einem mitreißenden Gitarrensolo oder das erhabene Ende der Welt („End Of The World“). Es ist keine gewagte Behauptung, dass jeder Song von Blackfield ein potentieller Hit ist, nur landet solche Musik leider nicht im Radio.

Die Konzerte kommen ohne jeglichen Schnick Schnack aus und die Musik verliert live nichts von ihrem Glanz. Sie wirkt auf einer direkten Verbindung zwischen Musiker und Zuhörer, von Seele zu Seele. Bedarf es da noch einer Show? Natürlich nicht! Auch wenn auf einem Konzert die Augen auf die Bühne gerichtet sind, eigentlich sollte jeder vorwiegend mit den Ohren wahrnehmen, weil dies der eigentliche Zweck eines Konzertbesuchs ist. Wenn also nichts Spannendes auf der Bühne passiert, wieso nicht einfach die Augen für einen Moment schließen und auch einmal im Stehen vor sich hin träumen.

Für die Füllung des Abendprogramms spielten die beiden Protagonisten samt Band im Endeffekt beide Alben fast komplett durch. Zur Mitte des Konzerts verkrümelt sich die Band für zwei Lieder, in denen einmal Aviv alleine auftritt und danach Steven mit einem seiner Coversongs (von Cover Version I) überrascht. Begleitet von Avivs Klavier holt er alles aus seiner Stimme zu „Thank You“ von Alanis Morissette und wie er seine Stimme zu einem Schrei quält erzeugt richtig Gänsehaut. Aviv Geffens typisches Vibrato in der Stimme klingt so, als ob er eine israelische Ziege wäre. Einmal „Pain“ hören und ihr werdet diese Assoziation nachvollziehen können.

Tolles Konzert einer grandiosen Popband. Zu schade, dass sich Herr Wilson erst mal einem weiteren Soloprojekt widmen will und nicht an „Blackfield III“ arbeiten möchte. Vielleicht werden wir deshalb mit diesem Re-Release bei Laune gehalten. Ansonsten gibt es ja das erste englischsprachige Album von Aviv Geffen (08/2009), mit dem man die Zeit überbrücken kann.

Anspieltipps:

  • End Of The World
  • Hello
  • Christenings
  • Pain
  • Thank You

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