Yvonne Catterfeld - Blau Im Blau - Cover
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Yvonne Catterfeld Blau Im Blau


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Blau im Blau“ verabschiedet sich Yvonne Catterfeld vom Image des seichten Popstars.

Wer wie Yvonne Catterfeld (30) zu Beginn seiner Sangeskarriere mit Dieter-Bohlen-Songs ins Rennen geschickt wird („Für Dich“, 2003) und damit Erfolg hat, kommt aus dieser Nummer so schnell nicht wieder raus. Seit Jahren müht sich die Sängerin und Schauspielerin nun schon musikalisch erwachsener wahrgenommen zu werden. Jetzt könnte es endlich klappen – oder böse floppen. Denn ähnlich wie Jasmin Wagner (Ex-Blümchen) auf ihrem Album „Die Versuchung“ (04/2006), vollzieht Yvonne Catterfeld auf ihrem fünften Longplayer „Blau im Blau“ eine musikalische Wandlung, weg vom Teenie-Pop, hin zu Songs in chansonartiger Manier.

Die kreativen Kräfte hinter dem neuen Sound sind zumeist Achille Fonkam (Musik) und Beatrice Reszat (Texte), aber auch Catterfelds Lebensgefährte Oliver Wnuk (34) hat ein paar Texte beigesteuert. Und gewiss nicht fehlen darf bei einer deutschen Produktion der gute Xavier Naidoo, der bei „Immer noch“ als Texter und Co-Songwriter auftritt, was der Komposition auf Anhieb anzumerken ist, auch wenn man nicht wüsste, dass der Mannheimer seine Finger im Spiel hatte.

Musikalisch basieren die Songs auf einer angenehm organischen Instrumentierung, die durch akustische Gitarren, Streicher, Bläser, Orgel, Piano, Akkordeon und Kontrabass erzeugt wird. In Kombination mit der ausgebildete Stimme Yvonne Catterfelds ergibt dies erstmals ein rundum stimmiges, wenn auch nicht sonderlich aufregendes Werk der Erfurterin. Das liegt an der Grundausrichtung der Songs, die in äußerst entspannter Atmosphäre dahin gleiten und dabei mal einen souligen Charakter haben („Lass mich so wie ich bin“), als erotische Ballade daherkommen („Bist du dir sicher“), mit funkigen Grooves bezirzen („Traumann“) oder an die Klangfarben einer Norah Jones gemahnen („Zeit“, „Frag nie warum“ – ein Stevie-Wonder-Cover im Duett mit Cassandra Steen).

Mit „Blau im Blau“ verabschiedet sich Yvonne Catterfeld vom Image des seichten Popstars und wagt einen künstlerischen Neuanfang. Dieser gelingt über weite Strecken überraschend gut, da das Liedmaterial als Ganzes miteinander harmoniert und nicht auf den schnellen Erfolg mit ein, zwei Singleauskopplungen ausgerichtet ist. Musik und Text sind deutlich erwachsener und bedienen eine künstlerische Ebene, die man sich als Yvonne Catterfelds zukünftige musikalische Heimat sehr gut vorstellen kann.

Anspieltipps:

  • Zeit
  • Blau im Blau
  • Frag nie warum
  • December prayer
  • Träume sind aus Mut gemacht

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