Martha Wainwright - Sans Fusils, Ni Souliers, A Paris: Martha Wainwright´s Piaf Record - Cover
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Martha Wainwright Sans Fusils, Ni Souliers, A Paris: Martha Wainwright´s Piaf Record


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Martha Wainwrights Fans werden begeistert sein, was ihre Martha da bewerkstelligt hat.

Martha Wainwright muss sich mit zwei großen Problemen herumschlagen, die gleichzeitig aber auch große Hilfen sind. Erstens wäre da Rufus Wainwright, ihr Bruder, der den Hörern sofort in die Gedankenbahnen schießt, wenn man Marthas Namen hört und dann wäre da Snow Patrol, mit welchen sie das herrliche „Set The Third Bar On Fire“ aufgenommen hat. So schnell man an andere Musiker denken mag, wenn man Marthas Namen hört, so schnell ist man aber wieder bei ihr. Was bringt diese Frau im Alleingang zu Stande? Die Antwort gab sie mit inzwischen zwei Alben und diese konnten sich durchaus sehen lassen.

Entweder ist ihr der Folk-Pop langweilig geworden oder sie hatte schlicht eine herrlich fixe Idee, wie sie ja auch schon ein Robbie Williams hatte. Mit kleinerem Namen als Stütze und Edith Piaf eine ausländische Ikone als Vorbild, waren die Vorzeichen natürlich nicht so sehr auf Erfolg gestellt, aber der Künstlerin sei ihr Wunsch gewährt. Als Kanadierin macht sie ihrem Land auch alle Ehre und überzeugt mit so ziemlich akzentfreiem Französisch in allen Songs. Vielleicht oder ganz bestimmt sogar hat der Edith Piaf Film seinen Einfluss auf Mrs Wainwright gehabt, aber der Faszination der alten Chansonetten ist ja auch nichts abzusprechen. Noch heute wünscht man sich immer wieder eine Marlene Dietrich zurück, die mit ihrer tiefen Stimme den Rihannas und Beyoncés zeigt, dass nicht alles R’n’B sein muss und das Marit Larsens mit ihrer Piepsstimme früher keinen Mann aus dem Wohnzimmer gelockt hätten.

Martha Wainwright verfügt zumindest in Ansätzen über eine Stimme, welche es hier und da schafft, den Geist der Ahnen heraufzubeschwören, aber wirklich ins Schwitzen bringt sie Großvater nicht, der lieber die Originale hat. Die Auswahl der Lieder ist zwar (großteils) gelungen, auch wenn das „Rare Covers“ hier und da übertrieben wird. Denn in „Les Blouses Blanches“ und „Le Metro de Paris“ frönt die Kanadierin dann doch etwas zu sehr der Psychedelic! Abgesehen davon tut Martha das, was die meisten Coveralben der großen Namen tun: Lust aufs Original machen. Nicht, dass Martha schlecht singt, doch an das Timbre einer Piaf kommt nun mal nicht jede und Wainwright festigt hier allemals eine Stellung im oberen Mittelfeld.

Martha Wainwrights Fans werden natürlich begeistert sein, was ihre Martha da bewerkstelligt und immer wieder hört man auch die Zuhörer dieser Livesessions frenetisch klatschen. Also das ist (so wird behauptet) nicht gestellt. Warum sollte es auch? Die Sängerin gibt sich als gute Kopie der Grand Madame, allerdings verpasst sie es, der ganzen Performance ihre eigene Note aufzudrücken, so wie es Robbie Williams mit Frank Sinatra tat. Eine gelungene Verbeugung vor der fantastischen Piaf, welche aber (fast wie gewollt selbstverständlich) im Angesicht des Originals verblasst.

Anspieltipps:

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  • Le Brun Et Le Blond
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