Sarah Kreuz - One Moment In Time - Cover
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Sarah Kreuz One Moment In Time


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschlands beliebteste Castingsendung „Deutschland sucht den Superstar“ macht zurzeit bis Anfang Januar Pause und was bietet sich besser an als lediglich das Geschehene auf ein Neues zu rekapitulieren? Richtig! Ein Album auf den Markt zu bringen. Nach Sieger Daniel Schuhmacher, der schon im Juni zu „The album“ kam, ist nun die Zweitplatzierte Sarah Kreuz an der Reihe. Da Erwartungen an den ersten Wurf eines Castingkandidaten nie sonderlich hoch sind (schließlich muss sich Herr oder Dame erst an das Musikbusiness gewöhnen und legt anfänglich meist vorgekaute Schonkost ab), ist auch „One moment in time“ mit Vorsicht zu genießen, denn anders als beim amerikanischen Pendant gibt es in unseren Breitenkreisen auf Anhieb kaum reine Country- (Carrie Underwood) bzw. R&B-Interpreten (Jordin Sparks, Fantasia Barrino), geschweige denn eigenständige Singer/Songwriter (Kris Allen).

Doch sei´s drum, der Auftakt gelingt der 20jährigen ausgesprochen gut. „Broken ground“ sticht zwar nicht meilenweit aus dem pathosgeschwängerten Kanon der RTL-Unterhaltungsshow heraus, ist aufgrund bombastischer Instrumentierung, aber immerhin wie Pop sein sollte: Kurzweilig, aber dennoch bewegend. Diesen Pfad beschreitet Sarah ebenfalls mit „If one bird sings“. Die von einem Klavier begleitete Nummer weiß Kreuz mit ihrer Stimme zu tragen und ohne groß nachzudenken, stellt sich zufriedenes Nicken ein. Blöd nur, dass das Balladenschema der beiden Songs auf dem restlichen Album inflationäre Verwendung findet und die Abwechslung lediglich aus schwachen Dance Pop-Ausflügen („Whenever it´s raining“, „Over again“, „Gipsy girl“) besteht, die selbst vor billigen Synthesizer-Beats keinen Halt machen („The distance“).

Scheinbar dürfte die Devise gewesen sein, was gut in den Mottoshows geklappt hat, ist auf dem Album ein Selbstläufer. Leider ist dem ganz und gar nicht so. Die gesampelten Streicher in „I´ll be yours“ versuchen zwar noch einigermaßen gegen die Monotonie anzukämpfen, allerdings ist bereits das Duett mit Schuhmacher „Anything but love“ mit überschüssigen Kalorien nur so vollgestopft, dass der Schmalz aus jeder Silbe trieft. Der Rest der Balladenauswahl („You carried me“, „Heaven is a better place“, „Brave“) ist da lediglich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen und fährt mit obligatorischen Orchesterparts, dezenten R&B-Sounds und rhythmusbetonten Klatschgeräuschen die altbackene Schiene, die im nahenden Weihnachtsgeschäft ob der ganz und gar besinnlichen Melodien sicher den einen oder anderen Weg unter den Christbaum finden wird.

Zum Abschluss werden dann noch die größten Momente von Sarah bei „Deutschland sucht den Superstar“ eingesungen, allerdings offenbart sich sowohl bei „Unforgettable“ (Nat King Cole), als auch „Listen“ (Beyoncé) und „One moment in time“ (Whitney Houston) das stimmliche Manko der Zweitplatzierten, da beim sturen Covern der Songs deutlich zu hören ist, dass es der 20jährigen an Volumen fehlt. Die Interpretationen sind freilich nicht schlecht, aber gänsehautförderndes Material ist das keineswegs. Vielleicht hat es sich Sarah Kreuz mit „One moment in time“ auch ein wenig zu einfach gemacht, in dem sie den Balladenjoker ausgespielt hat, aber immerhin hat dieser Prozess auch etwas Gutes. Für das nächste Album kann man zumindest hoffen, dass es etwas anspruchsvoller und gewagter zugeht.

Anspieltipps:

  • I´ll Be Yours
  • Broken Ground
  • If One Bird Sings

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