Janet Jackson - The Best - Cover
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Janet Jackson The Best


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 154 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Inzwischen nagt der Zahn der Zeit an alten Hits wie „Nasty“, „Control“ oder „The pleasure principle“.

In der Musikbranche ist es keine Seltenheit, dass von einem Künstler in relativ kurzen Zeitabständen und ohne besondere Notwendigkeit „Best Of“- bzw. „Greatest Hits“-Alben erscheinen. Im Fall von R&B-Diva Janet Jackson ist das eigenartigerweise nicht der Fall, obwohl die 43-Jährige mit mehr als 130 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Künstlerinnen der vergangenen 25 Jahre zählt und somit eine ideale Kandidatin für regelmäßige Sell-Out-Aktionen wäre. Doch Janet Jacksons Geschichte liest sich anders.

Im Juni 2007 verließ Janet nach 13 Jahren Vertragsdauer das Label Virgin Records und wechselte zu Def Jam Records. Dort erschien 2008 das Album „Discipline“, mit dem Janet den ersten Platz der US Billboard Charts zurückeroberte, aber bei weitem nicht die kommerziellen Erfolge früherer Zeiten erzielte. Von 1982 bis 1989 stand sie bei A&M Records unter Vertrag, die mit „Design Of A Decade 1986 / 1996” (1995) die bis dato die erste und letzte „Best Of“-Kopplung der Sängerin auf den Markt brachten. Doch nun ist es wieder soweit! Mit einer in den USA als „Number Ones” und in unseren Breitengraden schlicht „The Best” betitelten Compilation, schickt A&M Records Frau Jackson ins Rennen um die begehrten Weihnachtsumsätze des Jahres 2009.

Irgendjemand hat genau nachgerechnet und herausbekommen, dass Janet Jackson bis heute 33 internationale Nummer-1-Hits erlangt hat, wobei großzügig darüber hinweg gesehen wurde, um welche Art von Charts es sich handelte. In den USA werden z.B. neben den „Top 200 Hauptcharts“ auch Erhebungen in den Bereichen HipHop/R&B, Country, Rock, Latin, Pop und Dance gemacht. So kam man relativ schnell auf diese beeindrucke Zahl an Nummer-1-Hits, die auf zwei randvollen CDs gebündelt wurden. Mit „When I think of you“ ist ein Titel doppelt vertreten. Genau wie „Whoops now“ ist dieser als Bonus Track gekennzeichnet. Dazu kommt mit „Make me“ ein brandneuer Song, der schön aufzeigt, wie sich die Musik von Janet Jackson verändert hat. Sie kreuzt ihren typischen R&B-Sound mit elektronischen Elementen und 70er-Jahre-Grooves (!) zu einem tanzbaren Club-Track, der fast wie eine Hommage an die frühen Werke ihres verstorbenen Bruders Michael klingt.

Inzwischen nagt der Zahn der Zeit ganz schön an alten Hits wie „Nasty“, „Control“ oder „The pleasure principle“. Darin hört man 80er-Jahre-R&B mit Plastik-Drums und Einheitsbässen und wenn man Glückt hat, auch mal ein paar Bläserriffs („Diamonds“). Überhaupt schienen die Synthesizer damals nur eine Programmierung zu kennen, so dass die Songs der „Control“- und „Rhythm Nation“-Phase unter einem besonderen Gleichklang leiden. Das hinderte das Publikum aber nicht, die Platten wie geschnitten Brot zu kaufen. Es gab ja damals nichts anderes (sic!).

In den 90er Jahren wandelten sich die Hörgewohnheiten und damit auch der Sound von Janet Jackson. Resultat war das über 20 Millionen Mal verkaufte Album „janet.“ (1993) mit insgesamt sechs Hitsingles. Spätestens nach „All For You“ (2001), das sich mit sieben Millionen Einheiten noch respektabel verkaufte, verblasste der Stern von Janet Jackson als Popstar allerdings, so dass es inzwischen langsam an der Zeit ist, dass die junge Dame mit einem Kracheralbum ums Eck kommt. Aber das kann noch dauern. Hat Janet nicht kürzlich auch ihren Deal mit Def Jam Records verloren...?

Anspieltipps:

  • Nasty
  • Again
  • Diamonds
  • Black cat
  • Call on me
  • Whoops now
  • Got ‘til it’s gone
  • That's the way love goes

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