Alicia Keys - The Element Of Freedom - Cover
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Alicia Keys The Element Of Freedom


  • Label: J Records/Sony Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Alicia Keys hat das kompositorische Heft fest in der eigenen der Hand und legt dabei ein unwiderstehliches Talent im Spiel mit Harmonien, Melodien und ihrer Stimme an den Tag.

Die Veröffentlichungstermine neuer Studioalben aus der Abteilung „Superstar“ sind im Musikzirkus eine heilige bis kryptische Angelegenheit, an der mitunter extra abgestellte Marketingstrategen schwer basteln müssen. So ist z.B. ein direktes Aufeinandertreffen mit der hochkarätigen Genrekonkurrenz am selben VÖ-Tag ist tunlichst aus dem Weg zu gehen, um die Käufer zu bündeln und damit einen möglichst hohen Charteinstieg zu gewährleisten und Promo-Termine rund um den Globus müssen koordiniert werden.

Darüber hinaus darf auch folgender Umstand nicht unterschätzt werden: Erscheint ein Album erst relativ spät im Jahr (Dezember) greift der Werbeffekt der Jahrespolls in den Musikmagazinen meist nicht mehr, weil es nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Erscheint es gar zu früh im Jahr (Januar), ist es bis zu den Polls vielleicht wieder vergessen. Zudem gilt es das Sommerloch zu vermeiden, in dem Deutschland alles macht, außer ins Kino gehen oder CDs kaufen.

Dieser Terminirrsinn kann bisweilen ganz schön kirre machen, wenn man sich denn darauf einlässt. Am besten lässt man sich davon aber nicht beirren und bringt wie Sony Music kurz vor Jahresende mit „The Element of Freedom“ noch schnell den Nachfolger des 2007er Albums „As I Am“ von Alicia Keys auf den Markt. Die 28-Jährige zählt mit über 25 Millionen verkauften Longplayern und 12 Grammy-Gewinnen zu den Topstars der Branche. Ihr Debütalbum „Songs in A Minor“ (06/2001) veröffentlichte sie im Alter von 20 Jahren. Es verkaufte sich über zehn Millionen Mal und war der Auftakt zu einer ungewöhnlichen Pop-Karriere.

Alicia Keys hat das kompositorische Heft fest in der eigenen der Hand und legt dabei ein unwiderstehliches Talent im Spiel mit Harmonien, Melodien und ihrer Stimme an den Tag, mit dem sie sich von Album zu Album gesteigert hat. Mit Studioalbum Nummer vier, „The Element of Freedom“, festigt Alicia Keys diesen Status mühelos und der Hörer muss wirklich keine Angst haben, dass die im Vorfeld kolportierten Experimente allzu tiefe Spuren hinterlassen haben. Nennen wir es eine natürliche Weiterentwicklung. Denn im Prinzip ist es nichts Neues, wenn Stücke wie „Put it in a love song“ (featuring Beyoncé) oder „This bed“ etwas mehr in Richtung Dancefloor schielen, auch wenn das Ergebnis sicher nicht über jeden Zweifel erhaben ist und Songs wie der schleppende Opener „Love is blind“ oder „Try sleeping with a broken heart“ durch ungewöhnlich tiefe und düstere Bässe auffallen.

Als Kontrast dazu dienen Pop- („That’s how strong my love is“) und R&B-Balladen („Un-Thinkable“, „Love is my disease”) sowie mit Pianoklängen getränkte Songs mit einem nicht mehr so ausgeprägten 70er-Jahre-Einschlag wie früher. Dennoch stammen aus dieser Richtung die ganz großen Highlights des Albums, mit denen die nicht ganz so überzeugenden Dancefloor-Ausritte locker wett gemach werden, als da wären: „Doesn’t mean anything“, „Wait til you see my smile“, „Distance and time“, „How it feels to fly“, „Broken down“ und die tolle Fortsetzung des Jay-Z-Duetts „Empire state of mind (part II) Broken down“, die sich allesamt durch großartige Arrangements und geschmackvolle Melodien auszeichnen.

Alicia Keys verleiht dem zeitgenössischem R&B seit Jahren eine prägnante eigene Handschrift. Daran wird auch „The Element of Freedom“ nichts ändern. Ganz im Gegenteil! Denn bis auf zwei, drei kleine Abstriche befinden sich unter den 16 Tracks in überwiegender Anzahl echte Perlen der R&B- bzw. Popmusik, nach denen man sich im fast schon gruseligen Pop-Alltag die Finger lecken kann.

Anspieltipps:

  • Love is blind
  • Broken down
  • Distance and time
  • Doesn’t mean anything
  • Wait til you see my smile
  • Empire state of mind (part II): Broken down

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