Boy Omega - The Ghost That Broke In Half - Cover
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Boy Omega The Ghost That Broke In Half


  • Label: Riptide/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gustafssons Stimme gibt in ihrer betörenden Zerbrechlichkeit dem herbstlich pulsierenden Treiben die passende Note.

An Schweden beeindrucken nicht nur die sehnsüchtigen, sich weit erstreckenden Flächen mitunter karger, steiniger Natur, die Seen und die entspannten Zeitgenossen vor Ort, sondern auch die Musiker aus eben diesem skandinavischen Land. Martin Henrik Gustafsson aka Boy Omega ist einer von ihnen und schon seine Vorliebe für Home-Recordings, die zu einem großen Anteil aus eigener Neigung und zu einem kleinen Teil aus finanziellen Gründen die meisten Aufnahmen von „The Ghost That Broke In Half“ bestreiten, lässt das Interesse steigern. Dazu gesellen sich Field-Recordings aus Flora und Fauna, will meinen: Wälder, Scheunen und verwaisten Fledermaushöhlen. So kamen befreundete Gäste wie Rasmus Kellerman (Tiger Lou), Emelie Molin (Audrey) u.a. gerade recht, um Boy Omega tatkräftig zu unterstützen, was ihnen mit einer entrückten Form von Indie-/Folk-Pop samt Verzierungen aus Electronica gelungen ist.

Zwischen folk-rockigen Ohrwürmern mit dem wärmenden Refrain a la „Dinosaur Drugs“, dem die Bläser etwas zu viel 80er-Pomp verabreichen, wovon man dank der melodisch röhrenden Gitarren und des zweistimmigen Gesangs nur wenig mitbekommt und psychedelischen Synthesizer-Auswüchsen in Pop („Follow The Herd“) ist die Spanne breit und vor allem höchst atmosphärisch heimelig angerichtet, so dass man kleinere Ausfälle gut verkraften kann. Noch intensiver wäre es sicherlich geworden, hätte Martin Henrik Gustafsson ausschließlich auf sich langsam aufbauende Klanggemälde gesetzt. „No Light In The Lantern“ stolziert trotzdem erhobenen Hauptes durch die Nacht und bietet genau so viel Pop wie filmmusikalische Gitarren und leitet wunderbar in das sphärische Interlude „Levitation“ über, dass einen die wabernden Synthesizer sanft umhüllen, während das nächste Instrumental mit Namen „Eta Carinae“ mit Tiergeräuschen verstört.

Gerade diese kurzen Zwischenspiele machen „The Ghost That Broke In Half“ zu einem erquickenden Ganzen, dessen Anziehungskraft bis zum Ende nicht versiegt, egal ob diese nun von leise wirbelnden Trommeln bei „Red Rock, 10:15“ oder dem electronica-infizierten Folk-Pop von „I Spawn Monsters“ angekurbelt wird. Auch Gustafssons Stimme gibt in ihrer betörenden Zerbrechlichkeit dem herbstlich pulsierenden Treiben die passende Note, welche besonders im Zeitlupentempo von „The Laughing Gas“ und der bitteren wie erhellenden Traurigkeit dieses Stückes zu Tränen rührt. Oder wie Boy Omega es eben dort ausdrückt: „No need for words...“.

Anspieltipps:

  • Red Rock, 10:15
  • I Spawn Monsters
  • The Laughing Gas
  • To Let Go

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