Rumen Welco - I Never Learned To Raise My Fist - Cover
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Rumen Welco I Never Learned To Raise My Fist


  • Label: K&F Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Rumen Welco – das klingt, wenn schon musikalisch, dann nach einem neuen Gewächs aus eher sperrigen Musik-Regionen, ist aber doch vor allem der Name eines aus Bulgarien stammenden Schulkameraden der Rumen Welco-Gründer Mathias Weilandt sowie Erik Söhnel, die sich Ende der Neunziger nach ihm benennen und als 16-jährige krachigen Indie-Rock spielen. Schlagzeuger Paul Horn (zur Zeit der Gründung 14 Jahre alt) gesellt sich dazu und Dresden hat schnell ihre neuen Live-Helden, zumindest wenn man die Booker und Presseleute fragte. Das Publikum ist zumeist eher irritiert ob der mitunter schiefen Tonlage. Rumen Welco sind trotzdem bereit für den Sprung, supporten Interpol, Adam Green sowie Tomte und formieren sich Ende 2005 abschließend mit den Neuzugängen Diana Kirsch (Piano) und Sebastian Kiefel (Bass), um mehr als bisher dem Folk zu huldigen.

2009 ist es Zeit für das Debüt „I Never Learned To Raise My Fist“ und Geschichten aus „Denver“, wo sich ein Mensch (vermutlich ein Mann) tragisch in die Pornodarstellerin Bobby verliebt oder einem Ausstellungsbesucher bei „The Girl In The Painting“ das gleiche passiert, allerdings gilt hier die Schwärmerei einem Abbild von Gudrun Ensslin. So liest es sich zumindest schon spaßig und die Musik schunkelt im Opener „Manipulation“ für gute zwei Minuten angenehm nebensächlich vor sich her, in leichtfüßigen Country gebettet und von Mundharmonika sowie tollem Duettgesang voller Harmonien in „(Ricky) You´re My Beater“ gefolgt. Ein Song, der Lust auf mehr macht, dabei instrumentale Finesse schwungvoll serviert und Frühlingsluft aufkommen lässt.

Das Glockenspiel und filigran gespielte Gitarren verzieren „Marylou“ und machen es damit zum ersten echten Höhepunkt, denn so ausgearbeitet, feinfühlig und in warmen Folk-Regionen hausend spielen Rumen Welco ihre Stärken voll aus, wobei der Gesang von Mathias Weilandt der instrumentalen Stärke hinterher hinkt. Im gelegentlichen Duett mit Diana Kirsch sind die Vocals deutlich prägender und machen „I Never Learned To Raise My Fist“ zu einer guten, ausgereiften Platte, die wohl kaum international Gehör finden wird, aber hierzulande als toller Geheimtipp in Sachen Folk mit psychedelischer, kurzweiliger Note durchgeht. Nicht viele schaffen es, klassisch an das Folk-Songwriting heranzugehen und dabei doch so aktuell und frisch zu klingen. Der Weg stimmt in jedem Fall, wie die Entwicklung von krachigen Rock-Tönen zum herrlich harmonischen Wohlklang zeigt.

Anspieltipps:

  • Marylou
  • Denver
  • The Devil Plays Harmonium
  • The Girl In The Painting

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