The Rumble Strips - Welcome To The Walk Alone - Cover
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The Rumble Strips Welcome To The Walk Alone


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 31 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine Band von der ersten Sekunde klar machen kann, was für Musik sie darbieten, werden Unklarheiten und Enttäuschungen meistens vorgebeugt. Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel Wolfmother, die auf ihrem Debüt keine sieben Sekunden brauchten, um festzulegen, wohin die Retro-Reise gehen soll. Wem das zu geradlinig ist, der soll das Radio einschalten und Leona Lewis mitsingen, hier wird gerockt. Ein ähnliches Prinzip offenbart sich bei The Rumble Strips (Diese Straßenstreifen, die Fahrer wach halten und ganz nebenbei an Geschwindigkeitsbegrenzungen erinnern). Hier braucht es ebenfalls nur wenige Atemzüge, bis sich der orchestral untermalte BritPop mit Retro-Anklängen vor des Hörers Ohren breit macht.

So kurz, wie diese Rumpelstreifen einen wecken, so kurzweilig ist auch die Musik der Gruppe aufgebaut und angelegt. Nur selten wird die Dreiminutenmarke überwunden und so hat man sich kaum in einen Song hineingehört, da kommt auch schon der nächste. Die Homogenität der Lieder untereinander sorgt dafür, dass man sich immer wieder sofort wohl fühlt, allerdings verschwimmen die Tracks auch so, dass nur wenige Stücke beim ersten Durchgang drin bleiben. Bevor das abschreckt, soll aber gesagt sein, dass ein durchgängiges Gefühl der Wonne und entspannten Lebensfreude nie abbricht und dafür sorgt, dass man ohne großes Nachdenken und gerade mal einer knappen halben Stunde gerne einen zweiten Anlauf wagt. Auf Anhieb!

Bei genauem Hinhören findet sich für alle Geschmäcker der BritPop-Musik etwas. Episch anmutende Hymnen, wie der Titeltrack und „Not The Only One“ sind fast schon zu pathetisch und treffen doch genau den Nerv, während „London“ und „Daniel“ im Stile eines Moneybrother mit Spaß und beschwingter Gitarre, sowie Piano und/oder Bläsern Lebensfreude ins Heim bringen. Überhaupt ist Moneybrother eine ganz gute Parallele, auch wenn The Rumble Strips dann doch viel entspannter und britischer daherkommen. Das ist nicht zwingend besser, aber auch nicht schlechter!

Spätestens wenn in „Raindrops“ den letzten Jahrzehnten gehuldigt wird, wie es sonst nur Arcade Fire taten, wenn auch nicht so flexibel und einfallsreich. Kurzweiligkeit ist hier halt wieder das große Stichwort. Wer sich zu einfachen Melodien und warmen Klängen bewegen möchte, ohne groß nachzudenken, ist bei The Rumble Strips garantiert an der richtigen Adresse. Es fehlt dem Album noch an Melodien für die Ewigkeit, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Fürs erste ist ein netter Wurf gelungen, der eine gute Standortbestimmung abgibt. Jetzt heißt es, sich zu entwickeln und die ganz großen Namen anzugreifen. Potenzial dafür zeigt sich in so ziemlich jedem Lied des Albums.

Anspieltipps:

  • Daniel
  • Welcome To The Walk Alone
  • Raindrops

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