Suicidal Angels - Sanctify The Darkness - Cover
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Suicidal Angels Sanctify The Darkness


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch ist kein Monat um und schon wieder wird nach Slayers „World painted blood“ (10/2009) der Thrash-Knüppel in bester Old School Manier geschwungen. Dieses Mal sind es allerdings keine Bay Area-Legenden, die die Nackenmuskulatur anregen, sondern die griechischen Suicidal Angels, welche nach mehreren Demos, EP´s und dem Debüt-Longplayer „Eternal domination“ (07/2007) mit „Sanctify the darkness“ zum Rundumschlag in Sachen keifende Shouts, kniescheibenzertrümmernde Riffs und alles in seine Einzelteile zerlegende Schlagzeugsalven ausholen.

Dieser glückt angesichts der eröffnenden Tracks „Bloodthirsty“ und „The pestilence of saints“ auch wunderbar und Nick (Gesang, Gitarre), Panos (Gitarre), Angel (Bass) und Orfeas (Schlagzeug) begeistern mit abwechslungsreich knüppelnder Thrashkost, die bei den ganz Großen des Genres (Testament, Kreator, Slayer, Exodus) zwar einiges an Struktur und Spielweise abgeschaut hat, aber trotzdem genug Ideen und Energie besitzt um angestammte Stil-Veteranen zum Bangen zu bringen. Dumm nur, dass es nicht bei dieser Gangart bleibt und der Vierer immer mehr in Richtung Araya & Co. abdriftet, was sogleich in „Inquisition“ hörbar wird, wo Nick neben flotten Riffkapriolen lediglich ein stimmliches Abziehbild des gebürtigen Chilenen abgibt und man sich sofort an „Altar of sacrifice“ (von „Reign in blood“) erinnert fühlt.

Solche mehr und mehr Überhand nehmenden Parallelen fügen sich aber letztendlich nicht nur positiv ins durchaus hörenswerte Treiben ein, sondern verwässern die guten Momente auf „Sanctify the darkness“, wodurch sich beim mehrmaligen Hören der Scheibe der Eindruck manifestiert es mit raren (wenn auch anständig abgemischten) Archivaufnahmen von Slayer Mitte bis Ende der 80er Jahre zu tun zu haben. Zusätzlich störend ist ein oftmals fehlender Spannungsbogen. Das vielversprechend beginnende „No more than illusion“ kommt in seiner unreflektiert rasanten Art und Weise nämlich so kaum über den Status von technisch versiertem Demomaterial heraus, sodass es dem Hörer schon reicht, wenn ein Instrumental wie „Mourning of the cursed“ schnell auf den Punkt gebracht wird oder eine groovende Nummer wie „Atheist“ sich vorrangig auf griffige und bodenständige Kost spezialisiert. Vielleicht sollten die Griechen in Zukunft den Songwriting-Prozess im stillen Kämmerchen und ohne äußere Einwirkungen absolvieren, denn in dieser Form könnten die Suicidal Angels wohl bald vor ihren Schöpfer treten.

Anspieltipps:

  • Atheist
  • Bloodthirsty
  • Child Molester
  • Mourning Of The Cursed

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