Elyjah - Planet, Planet - Cover
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Elyjah Planet, Planet


  • Label: Klimbim Records/CARGO
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Berliner von Elyjah haben sich für ihr Debüt etwas Besonderes ausgedacht und dafür sogar ihr eigenes Label, Klimbim Records, gegründet. Als Jäger mit Schrotflinten und Spürhund treten die Herren auf und entsprechend musste jede einzelne CD oder genauer gesagt das dicke Booklet des Digipacks darunter leiden. Diese wurden nämlich mit Schrotkugeln beschossen. Die Ringe der Zielscheibe auf der Front repräsentieren die Umlaufbahnen und die Einschusslöcher entsprechend die Planeten. Eine witzige Idee, besonders wenn nach dem Auspacken der Hülle sich die kleinen Planeten (Schrotkugeln) auf dem Boden des Zimmers verteilen. Ein handfester Beweis dafür, dass das Universum expandiert.

Im Hinblick auf sinkende CD-Verkaufszahlen haben die drei Musiker alles richtig gemacht, eine innovative und durchdachte Verpackung, die gleichzeitig jedes Exemplar zu einem Unikat macht. Wenn das kein Kaufargument ist, sollte es natürlich der musikalische Inhalt sein und bei diesem kann „Planet, Planet“ dank seiner riesigen Vielseitigkeit ordentlich punkten. Jedes Lied ist ein anderer Planet, ein anderes Aussehen, andere Zusammensetzung, andere Atmosphäre. Nehmen wir die Atmosphäre, die entweder relativ unterkühlt und ruhig („Bathysphere“) oder geradezu hitzig und warm („Change Me“) ausfällt, zwischenzeitlich aber auch locker und lässig („Wired Song“) sein kann.

Die Zusammensetzung beinhaltet Spurenelemente, die nicht einfach zu bestimmen sind, da sie unterhalb der Nachweisgrenze liegen und damit selbst die gut ausgerichteten Analysegeräte (Lauscher) nicht weiterhelfen. Gut identifizierbar sind die Elemente Independent, Post-Rock, Punk-Rock und Shoegaze. In jedem Song sind die Massenanteile anders verteilt, was bei Debütalben durchaus passieren kann, wenn die Ideen über einen langen Zeitraum gesammelt wurden. Ähnliche Stile wurden gruppiert und kommen meist in Zweierpaketen, wie die Independent-Repräsentanten „Wired Song“ und das instrumentale „Casino“ oder die Punk-Rock-Abteilung „Change Me“ und „Sorry For The Scene“. Das Ende wiederum ist post-rockig mit zwei instrumentalen Stücken („Morton’s Spate“ und „V’ger“).

Bei 60% der Stücke bekommen wir die Stimme des Gitarristen zu hören, aber die instrumentalen Wurzeln der Band sind nicht von der Hand zu weisen. Wenn Robert Oeser noch an seiner Stimme arbeitet, dann steht Elyjah Tür und Tor für einen noch größeren Erfolg offen. Die Produktion ist klar und behält trotzdem ein wenig rohes Garagenfeeling, was sehr gut zur Musik passt. Spannend ist, ob die Berliner auf ihrem nächsten Werk immer noch so variabel agieren werden oder doch eher eine konkretere Richtung einschlagen werden.

Anspieltipps:

  • Wired Song
  • Casino
  • Change Me
  • Morton's Spate

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