Blakroc - Blakroc - Cover
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Blakroc Blakroc


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die heimlichen Könige des modernen Bluesrock stehen nicht still. Und so projektieren Dan Auerbach und Pat Carney nach fünf Alben und zwei EPs in acht Jahren Bandgeschichte ihrer Black Keys mal eben eine Großkollaboration.

Elf MCs, ein Studio in Brooklyn und Elf Songs als Endergebnis. The Black Keys und HipHop. Zu verdanken haben wir das Damon Dash, seines Zeichens nebst Jay-Z und Kareem Burke Labelgründer der Roc-A-Fella-Records, der, als er die Keys das erste Mal hörte, sich in ihren Sound verschoss und fortan die Idee dieser Fusion mit sich herumtrug. Gewinnen konnte er aus seinem Adressbuch hierfür Mos Def, Q-Tip, RZA, Raekwon, Ludacris, Pharoahe Monch, Jim Jones, Nicole Wray, NOE und Billy Danze (M.O.P.). Sogar ein paar Rhymes vom zu früh gestorbenen Ol’Dirty Bastard, die noch in den Archiven der Roc-A-Fella-Records schlummerten, wurden mit RZA’s freundlicher Genehmigung dazugepackt.

„Coochie“ gibt instruktionslos die Richtung vor: stompin’ beat und nicht führende, sondern rhythmisierende Gitarrenarbeit unterfüttern das Storytellin’ vom Ol’Dirty Bastard und Ludacris. Da die Lyrics freilich nicht aus Dan Auerbachs Feder stammen sondern MC-Angelegenheit blieben, geht es hier nur bedingt um bluesigen Liebes- und Weltschmerz, sondern oft genug um den Kopf verdrehende, tolle, runde, weibliche Ärsche – aber hey, wer mag dagegen schon grundsätzlich etwas einwenden.

In Summa ist das Album ein symphatischer Schnellschuss. Roh, unausgegoren, spontan. Und damit sicher im Sinne der prinzipiell wenig frickelnden Keys. Das mag überbordende Erwartungshaltungen dieser Qualitätskollaboration geringfügig enttäuschen, ist aber authentischer, als ein ewig nachbereitetes, gemastertes und gemixtes Produktionsmonster. Dan Auerbachs versprechen „No samples were used on the record, it’s all live instruments and live vocals”, ist schließlich nichts hinzuzufügen.

Je nach Kollaborateur wird man mal mehr, mal weniger verzückt. Am meisten sicher beim flow von „Dollaz And Sense“ mit bluesigsten backing vocals Auerbachs, die prompt derbe Spontanprops erfahren (RZA: „Rock’n’Roll, I loose control, fuck the white ones, The Black Keys got so much soul“). Sicher auch bei „Tellin’ Me Things“, wo feinste Bass und Gitarrenarbeit die geschmeidige Rock-Hip Hop-Fusion perfekt machen. Oder beim treibenden Closer „Done Did It“, mit scharfem Kopfnicker-Riff und Duett-Raps. Aber es gibt auch durchaus Gefälligkeiten, die kein Risiko wagen und wenig Oeuvre versprühen. Es kann nicht mit jedem klappen.

Klar hätte man mit mehr Vorbereitungszeit, also mehr Perfektionismus an die Sache herangehen können. Aber vielleicht gewinnt Blakroc gerade aus seiner Unperfektheit seinen Charme. Ihren shit real zu keepen wissen eben nicht nur Rapper. The Black Keys und HipHop: Funktioniert, auch wenn es Aufs und Abs gibt. Word.

Anspieltipps:

  • Dollaz & Sense (feat. Pharoahe Monch & RZA)
  • Tellin’ Me Things (feat. RZA)
  • Done Did It (feat. Nicole Wray & NOE)

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