Sugababes - Sweet 7 - Cover
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Sugababes Sweet 7


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Im inzwischen vierten Line-up ohne ein einziges verbliebenes Originalmitglied wollen die Sugababes an ihre Erfolge aus der inzwischen auch nicht mehr ganz so jungen Vergangenheit anknüpfen. Denn das letzte Studiowerk „Catfights & Spotlights“ (UK-VÖ 10/2008) ging auf internationaler Ebene unter wie eine Bleiente, weil es eventuell für viele unerwartet auf den zu der Zeit so angesagten Neo-Motown-Soul setzte. Schlecht war das Werk freilich nicht. Dennoch war bis auf eine Top-10-Platzirung in England nichts zu reißen.

Mit dem siebten Album in der 13jährigen Geschichte der Sugababes, sinnigerweise „Sweet 7“ getauft, will das Mädchen-Trio in der Besetzung Heidi Range, Jade Ewen und Amelle Berrabah verlorenen Boden gutmachen. Ein Label-Deal mit Jay-s Roc Nation und Einflüsse aus der aktuellen US-amerikanischen Musikszene (Stichwort Ke$ha und Lady Gaga) sollten es richten. Doch schon die Vorabsingle „Get sexy“ (08/2009) geriet zu einem Desaster. Darin werden fetteste HipHop-Beats mit der Melodie und dem debilen Text des 1992er Right-Said-Fred-Hits „I’m too sexy“ kombiniert, was in einem orientierungslosen Nichts mündet.

Es folgen die Singleauskopplungen Nummer zwei und drei („Wear my kiss“ und „About a girl“), die den mit „Get sexy“ eingeschlagenen Stil weiterverfolgen. Denn auch hier wird dem Hörer gesichtslose Massenware für den Dancefloor präsentiert, die mit den einstigen, sehr charmanten Popsongs der Sugababes so gut wie nichts mehr zu tun hat. Gute Stimmen hin oder her (Neuzugang und Keisha-Buchanan-Ersatz Jade Ewen hat sicher noch mehr Talent als das im September 2009 ausgestiegene Gründungsmitglied), die Songs auf „Sweet 7“ erfüllen gerade mal niedrigste Ansprüche.

Schwache Melodien auf Euro-Pop-Trash-Niveau, gepaart mit dicken US-Beats wie z.B. in den Auto-Tune-Nummern „She’s a mess“ und „Miss everything“ (passenderweise ein Duett mit Dancehall-Ikone Sean Kingston) rauben den Sugababes jegliche Identität. Im Gegenzug bleibt aber auch ein positiver Aha-Effekt aus. Denn wer sich solch einem Stilwandel unterzieht, benötigt sehr gute Argumente in Liedform, um das Publikum zu überzeugen. Dies passiert auf „Sweet 7“ in keiner Form.

Die „alten“ Sugababes sind nicht mehr wieder zu erkennen und die „neuen“ Sugababes haben eine Platte an den Start gebracht, die in geradezu lächerlicher Weise auf den US-Markt schielt. Mit austauschbaren Songs vom Grabbeltisch kann das nur scheitern. Lediglich „Sweet & amazing (make it the best)” erinnert an die Eigenschaften, die man an den Sugababes lieb gewonnen hatte: Harmonischer Chorgesang und eine kleine, aber feine Melodie (hier mal von einer akustischen Gitarre unterstützt), die sich zusammen ins Gehör schmeicheln. Damit ist es vorbei! So austauschbar die Mitglieder dieser Band sind, klingen nun auch die Songs. Schade.

Wie schon der Vorgänger „Catfights & Spotlights“ erhält auch „Sweet 7“ hierzulande keinerlei Promotion von Seiten der Plattenfirma, die das Album noch nicht mal in ihrer wöchentlichen Veröffentlichungsliste führt. Sagen wir’s ganz platt: Die werden schon wissen warum.

Anspieltipps:

  • Wait for you
  • Crash & burn
  • Miss everything
  • Sweet & amazing (make it the best)

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