Person L - The Positives - Cover
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Person L The Positives


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Während sich seine langjährige Band The Starting Line einer Auszeit auf unbestimmte Zeit widmet, steht der Sänger und Gitarrist Kenneth Vasoli mit seiner neuen Band Person L und dem bereits zweiten Album „The Positives“ parat. Nach der Gründung vor drei Jahren gab es da zunächst das Debüt „Initial“ auf Vasolis Label Human Interest und Monate der Konzertreisen, u. a. mit Motion City Soundtrack. Das in Philadelphia ansässige Quintett gönnt sich den Luxus von zwei Schlagzeugern, die auf angenehme Weise für den Gesamtsound arbeiten und nicht ins muckerhaft Darstellende abdriften, was dem neuen Werk „The Positives“ gut tut, offenbart es doch schon mit seinen verschiedenen Stilen genug Herausforderungen für den Hörer. Vasoli beschreibt die Einflüsse für das erste Album noch mit Drive Like Jehu und Fugazi, also Post-Punk und -Hardcore, nennt aber für die aktuelle Platte starke Inspirationen aus dem Bereich des Classic-Rock und Soul/Funk.

Im Opener „Hole In The Fence“ fügen sich jedoch weit entfernt von Soul/Funk melancholisch erhabene Gitarrensounds, mit Hall verzierter Gesang und wirbelnde Drums zu einem gefühlvollen Post-Rock, der bei „Good Days“ schon wieder relativiert wird und Kenneth Vasoli zwischen Schreien sowie sanftmütig faszinierendem Gesang mit Hilfe der präsenten Rhythmus-Abteilung im Post-Hardcore zwischenlanden lässt. Dabei sitzt jede Note am richtigen Platz und Person L gewinnen auf ganzer Linie mit einer Spielfreude, die erst durch die ausgearbeiteten Arrangements und gehöriger Erfahrung voll zur Geltung kommt. Dabei scheint bei allem eine Liebe zur Rock-Musik, der rhythmisch jede Menge Freiheiten gelassen werden, durch und man ist schließlich gut beraten, alle Post-Irgendwas-Bezeichnungen beiseite zu legen.

Um was es auf „The Positives“ geht, macht wahrscheinlich am besten „New Sensation“ deutlich, auch wenn der Song musikalisch nur eine von vielen Seiten auf der Scheibe beleuchtet: Schweine-Rock der Marke The Hives und vor allem Spaß, der alles andere als musikalisch limitiert ist. So setzt „Stay Calm“ mit seinem Gänsehaut erzeugenden Rhodes Piano beim psychedelischen Pop an, verziert mit dem Gesang von Vasoli, der ebenso wie die Musik keine Grenzen zu kennen scheint und jedes Mal auf's neue mit variierender Tonlage überzeugt. Obwohl man die Inspiration aus Soul-Gegenden mit der Lupe suchen muss und dann wahrscheinlich noch nicht einmal findet (dafür aber gut geölte Blues-Zahnräder), ist die musikalische Mischung eine durchgehend wahre Freude, der man schnell und zwingend verfallen wird.

Anspieltipps:

  • Hole In The Fence
  • Good Days
  • Stay Calm
  • Loudmouth
  • Untitled

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