The Pineapple Thief - 3000 Days - Cover
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The Pineapple Thief 3000 Days


  • Label: K Scope Records
  • Laufzeit: 143 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

The Pineapple Thief werden zu Unrecht oft als Porcupine Tree Klon bezeichnet. Während der „Stupid Dream“ und „Lightbulb Sun“ Phase von Porcupine Tree gab es eine gewisse Schnittmenge zwischen den Bands, aber während sich Porcupine Tree ständig weiter entwickeln, bleiben The Pineapple Thief ihrer Linie treu. Keine Metalausbrüche, lediglich ab und zu ein wenig Rockelemente, aber vor allem sanfte Prog-Stücke sind das Markenzeichen dieser Band. Das kann schnell auf „3000 Days“ festgestellt werden, einem Quasi-Best-Of, wenn es so etwas bei Künstlern dieses Genres überhaupt gibt. Das Album verfolgt noch ein anderes Ziel, denn erst seit der Migration zu Kscope ist das letzte Studioalbum „Tightly Unwound“ als erstes offiziell in Deutschland erschienen. Ältere Alben waren und sind nur schwer zu ergattern, so dass diese Zusammenstellung eine Einführung in die Vergangenheit der Band für neue und ältere Fans darstellt, die die älteren Alben nicht auf CD besitzen. Eine Art Wiedergutmachung.

Die Reise durch die Geschichte von The Pineapple Thief erfolgt nicht chronologisch. Die beiden CDs verfolgen auch keine unterschiedlichen Betrachtungsweisen ihres Schaffens, vielmehr will jede ein Maximum des musikalischen Spektrums der Band präsentieren, indem sich kurze als auch lange, ruhige sowie kraftvollere Stücke darauf tummeln. Alle neu abgemischt, einige neu überarbeitet, da Soord mit Ihnen nie wirklich glücklich war und nun die Chance hatte sie in neuem Gewand erklingen zu lassen. Der erste Höhepunkt ist „Part Zero“ von, wie könnte es anders sein, dem wohl besten Album dieser Combo namens „Variations on A Dream“. Es ist auch nicht der einzige, denn die Stücke dieses Albums sind auffällig, besonders und herausragend, das wird sehr schnell deutlich. Das gilt für das subtile, minimalistische, durch Streicher untermalte „Subside“ genauso wie für das melancholische „Vapour Trails“ oder den Longtrack „Remember Us“, der drei Mal völlig seinen Charakter wechselt und dank einer Akustikgitarre trotzdem einen gemeinsamen Nenner besitzt.

Unglaubliche 3000 Tage sind vergangen seitdem Bruce Soord sein erstes Stück für die Ananasdiebe geschrieben hat, „Private Paradise“ heißt es und landet nach 10 Jahren zu Recht auf dieser Rückschau. Alle sieben Alben finden ihre Berücksichtigung und werden von mindestens einem Song vertreten. Von einer akustischen Version von „Tightly Unwound“ bis zum lautesten Track „Wretched Soul“, von Pianoklängen bis zu ausgedehnten Gitarrenpassagen („We Love You“), von Elektrosounds bis hin zu Streichinstrumenten („The World I Always Dreamed Of“) ist alles dabei. Fast alles. Leider fand sich kein Platz für eins der besten Lieder dieser Band „What Have We Sown?“, aber das war bei einem 27-minütigem Stück zu erwarten, auch wenn es ein Meisterwerk des Progressive Rock ist.

Seine Favoriten ausfindig zu machen ist nicht ganz einfach, gefällt bei einem Hören ein Stück, fällt beim nächsten wieder ein anderes auf und dies führt zur angenehmen Langzeitwirkung des Best-Ofs. Gut zusammengestellt und abgestimmt bringt es die Gefühle des Verlusts und auch der Hoffnung an die Oberfläche, viele Nuancen die miteinander harmonieren und ineinander fließen. Wer die älteren Alben nicht kennt, ist mit „3000 Days“ bestens bedient.

Anspieltipps:

  • Part Zero
  • We Love You
  • Kid Chameleon
  • Remember Us
  • The World I Always Dreamed Of
  • Vapour Trails
  • Private Paradise
  • Snowdrops

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