The Bravery - Stir The Blood - Cover
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The Bravery Stir The Blood


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Stir the Blood“, das mittlerweile dritte Album der Electro-Rocker The Bravery, ist wie schon die ersten beiden Veröffentlichungen, gelinde gesagt, eher schwer zu genießen. Das liegt aber nicht nur an Sam Endicotts tiefmelancholischen Lyrics – an denen ja zunächst einmal nichts auszusetzen ist – sondern auch an dem häufig übertrieben dick aufgetragenen Synthie-Einsatz und die schmierig-ölige Gesangsdarbietung von eben jenem Frontmann. Auf dem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2005 ging die Mischung mit der gehörigen Unterstützung treibender Gitarren bei Songs wie „An Honest Mistake“ oder „Unconditional“ einfach noch eine Spur besser auf.

Man wundert sich dann doch schon, dass besonders am Anfang des Albums sogar noch ein paar halbwegs gute Songs dabei sind, wie zum Beispiel die beiden Uptempo-Nummern „Adored“ und „Hatefuck“, deren Sound-Ursprung ganz klar tief im Synthie-Pop der 80er auszumachen ist. Jedoch wird schon hier klar, dass The Bravery scheinbar nicht bereit sind, große Abwechslung in ihr Songwriting zu legen: Auch wenn „I Am Your Skin“ und „She's So Bendable“ mal ein wenig das Tempo drosseln, fehlen einfach die knackigen Ideen, die die Songs nicht der Austauschbarkeit preisgeben würden. Bei Songs wie dem todtraurigen „Sugar Pill“ oder dem pappflachen „I Have Seen The Future“ übertreibt es Endicott dann leider endgültig und sein Gesang droht in ein nervendes Jaulen abzudriften.

In der zweiten Hälfte des Albums befinden sich zwar auch musikalische Hoffnungsschimmer wie „Red Hands And White Knuckles“, welches mit seinem brummendem Bass und schwungvollem Beat zumindest noch kurz im Gedächtnis bleibt. Ansonsten schaffen es The Bravery aber auch hier weiterhin nicht, ihren Songs genügend Identität zu verschaffen. Sie haben zwar den Mut zu einem ungewöhnlichem Sound, doch was nützt dies, wenn das Synthie-Gedudel an vielen Stellen einfach zu sehr über den Rest der Musik gestellt wird und der Sänger einem ähnlich penetrant auf die Nerven geht? „Stir The Blood“ ist somit leider ein ziemlich gefühlsloser dritter Wurf geworden.

Anspieltipps:

  • Adored
  • Hatefuck
  • Red Hands And White Knuckles

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