Lifehouse - Smoke & Mirrors - Cover
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Lifehouse Smoke & Mirrors


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier haben sich wirklich Songschreiber gesucht und gefunden, die sich mit ihren glatt geleckten „ich will unbedingt ins Radio“-Songs kaum voneinander unterscheiden.

Die kalifornische Pop/Rockband Lifehouse um ihren berufsjugendlichem Frontmann, Songschreiber und Gitarristen Jason Wade darf in diesem Jahr ihren zehnjährigen Geburtstag feiern. Ihren Fans servieren Lifehouse dazu ihr fünftes Studioalbum „Smoke & Mirrors“, das ausnahmslos sämtliche Stärken und Schwächen der vergoldeten Vorgänger aufnimmt und weiterführt. Für Eingeweihte könnte die Album-Besprechung damit schon beendet sein, denn Lifehouse sind Lifehouse sind Lifehouse – eine Sorte von Band, die scheinbar nie ausstirbt, siehe das Beispiel Daughtry, deren Vorsteher Chris Daughtry auch an diesem Album mitgearbeitet hat.

Da haben sich wirklich zwei Songschreiber gesucht und gefunden, die sich mit ihren glatt geleckten „ich will unbedingt ins Radio“-Songs kaum voneinander unterscheiden. Okay, Daughtry legen vielleicht noch ein Pfund mehr Rock in die Wagschale, aber das macht den Kohl im Detail auch nicht fett – oder, um es mit einem neuen Songtitel zu sagen: „It is what is is“. Hauptsache es fällt irgendwie eine Hitsingle ab. Und damit bei dieser Mission auch nichts schief geht, klatschen Lifehouse die europäische Ausgabe und die amerikanische Deluxe Version ihres Albums gleich mit 16 bzw. 17 Songs zu. Dabei reichen maximal fünf Songs aus, um entnervt das Handtuch zu werfen.

Natürlich zaubert das Quartett aus Malibu wieder den einen oder anderen potenziellen Hit aus dem Hut („All in“, „Had enough“, „Halfway gone“), aber in der Gesamtheit überwiegt ein erschreckendes Gefühl von totaler Belanglosigkeit. Ab und zu wird es gar richtig ärgerlich, wenn z.B. ein Stück wie „Here tomorrow gone today“ mit stampfenden Disco-Beats zu Tode getrampelt wird. Geht es eigentlich noch schmieriger? Ja! Und Lifehouse treten mit „By your side“ umgehend den Beweis dazu an: Schunkelrhythmen paaren sich mit einer platten Schlagermelodie und einem debilen Pennäler-Text. Pfui! Das Schlimme daran: Songs dieser Sorte finden sich alle naselang auf „Smoke & Mirrors“.

Dieses Album ist leider nicht mehr als klinisch reine Trallalamusik für den Moment im Leben, wo alles zu spät und egal zu sein scheint. Die Amerikaner drücken dem Hörer eine widerliche Spachtelmasse in die Lauscher, das einem die Gesichtszüge entgleisen. Das führt soweit, dass man dieser Band am Schluss auch den letzten Rest Authentizität absprechen will. Nein, das können die Herren wirklich nicht ernst meinen und ihnen der geneigte Konsument (auch im übertragenen Sinn) somit nicht abkaufen!

Anspieltipps:

  • All in
  • Had enough
  • Near life experience

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