Puddle Of Mudd - Volume 4: Songs In The Key Of Love & Hate - Cover
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Puddle Of Mudd Volume 4: Songs In The Key Of Love & Hate


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem Major-Debütalbum „Come Clean” (2002) und dem kommerziell nicht mehr so erfolgreichen Nachfolger „Life On Display“ (2003) legte die Band Puddle Of Mudd aus Kansas City musikalisch einen grandiosen Karrierestart hin. Sänger Wes Scantlin galt als neuer Kurt Cobain und Liebling weiblicher Fans. Doch die rosigen Zeiten waren schnell vorbei.

Diverse Besetzungswechsel und das viel zu lange auf sich warten lassende „Famous“ (2007) ließen die Band fast in Vergessenheit geraten. Das Drittwerk erzielte in den USA gerade noch 363.000 verkaufte Einheiten, was selbst in Zeiten rapide sinkender Verkaufszahlen nicht berauschend ist und enttäuschte künstlerisch auf der ganzen Linie. Und das nicht nur weil der Neo-Grunge-Sound mittlerweile nicht mehr den Nerv der Zeit traf. Puddle Of Mudd waren hörbar die Ideen ausgegangen und das Publikum wandte sich im großen Stil ab. Ein Wunder, dass die Band nicht von ihrem Label Geffen Records gefeuert wurde.

Mit dem in den USA am 4. Dezember 2009 erschienenen „Volume 4: Songs In The Key Of Love & Hate” versuchen Puddle Of Mudd an ihre Glanzzeiten anzuknüpfen. Doch wenn nicht ein Wunder in Form einer unerwarteten Hitsingle passiert, wird auch dieser Versuch scheitern. Das Album mit der unverschämt kurzen Spielzeit von 36 Minuten liegt nach acht Verkaufswochen bei unterirdischen 50.000 Einheiten, was für einen ehemaligen Millionenseller keine ernstzunehmende Hausnummer darstellen kann. Erstaunen kann dieser Absturz allerdings nicht, hört man sich das neue Puddle-Of-Mudd-Oeuvre an.

„Volume 4: Songs In The Key Of Love & Hate” bietet überwiegend ausgelutschtes Songmaterial mit Gitarrenriffs und Grooves, die ins Leere laufen, Melodien, die nicht zünden und banalste Pennäler-Texte. Das ist streckenweise richtig erschreckend und tatsächlich nur dann einigermaßen akzeptabel, wenn das Quartett als Nirvana/Alice-In-Chains-Kopie auftritt. Dann legen die Amerikaner die nötige Aggressivität an den Tag und Wes Scantlin quetscht in Songs wie „Out of my way“, „Uno mas“ und „Pitchin’ a fit“ die Strophen wie weiland Kurt Kobain aus sich heraus.

Alte Singlehit-Qualitäten liefern Stücke wie „Keep it together“ und „Better place“, die etwas gemäßigter und radiofreundlicher aus den Boxen schallen und für den POM-Fan liegt der limitierten US-Auflage eine Bonus-CD mit Akustikversionen bei. Damit kann die mit „Famous“ begonnene Talfahrt allerdings auch nicht aufgehalten werden. Die Coolness des ersten Albums ist komplett verflogen und Puddle Of Mudd liefern mit „Volume 4: Songs In The Key Of Love & Hate” einen Longplayer ab, der über weite Strecken wie eine fade Karikatur eines amtlichen Rockalbums klingt.

Anspieltipps:

  • Stoned
  • Better place
  • Pitchin’ a fit
  • Keep it together
  • Blood on the table

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