Parralox - State Of Decay - Cover
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Parralox State Of Decay


  • Label: Conzoom Records
  • Laufzeit: 80 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn ein Songschreiber für eine Serie wie Big Brother (Australien) mit wechselnden Sängerinnen leicht bekömmliche elektronische Pop-Musik kreiert, denkt man eher an ein unsägliches Revival von Eurodance, als an tiefgründige Songs voller Langlebigkeit. Im Falle des australischen Electro-Pop-Projektes Parralox und dessen Gründer John von Ahlen ist die Ausprägung schon eindeutig auf ernstzunehmenden Pop gerichtet, der bis auf seltene Bass-Parts ausschließlich elektronisch erzeugt wird und dabei das melodienreiche Vergnügen in den Vordergrund stellt. Nur zwei Jahre nachdem Parralox ihren ersten Song über MySpace veröffentlicht haben, steht mit „State Of Decay“ bereits das zweite Album an, für das die Sängerin Amii angeheuert wurde.

Ob es nun an den Stimm-Effekten liegt oder an der naturgegebenen stimmlichen Ausrichtung von Amii, ist nicht eindeutig zu beurteilen. Fakt ist dagegen, dass der Ohrwurm erster Güte „When The Walls Came Tumbling Down“ mit den pumpenden Sequenzen und antreibendem Songwriting auch wunderbar auf eines der letzten Madonna-Alben gepasst hätte. Weniger Disco, dafür dunkler gehalten, aber stets präsent und von eindringlichen Synthesizer-Sounds getragen. Die Beats reißen nur selten ab und bleiben im mittleren Tempo angesiedelt für den Club genau so wie für die heimischen vier Wände geeignet. Da macht auch „Hotter“ keine Ausnahme. So sehr es, wie der Großteil des Albums, nach den Achtzigern klingt, so frisch dringt es andererseits aus den Boxen. Analoge Keyboard-Beigaben bringen die Naivität auf den Punkt, welche für die gewisse Eingängigkeit unabdinglich ist, um schließlich doch mehr anzubieten, als den schnellen Hit für zwischendurch.

Dafür geht John von Ahlen zu ausdrucksstark mit seinem Maschinenpark um, bietet alles vom erfrischenden Break über erhabene Melodien bis zu variantenreichen Beats, die Lust auf mehr machen. Einzig Sängerin Amii könnte mehr aus dem Platz herausholen, der ihr eingeräumt wird. Viel zu oft muss man das Cover-Artwork bemühen, um sicherzustellen, es nicht mit einem Madonna-Remix-Album zu tun zu haben. Stimmig ist es trotzdem, zumal die (leider selten) gesprochenen Vocals aufhorchen lassen und alles in allem „State Of Decay“ viel Spaß macht. Allzu viel Langlebigkeit sollte man nicht erwarten, aber allemal das richtige, aufmunternde Futter für triste Herbsttage.

Anspieltipps:

  • When The Walls Came Tumbling Down
  • Hotter
  • Moonwalking
  • Peter

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