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W.E.T. W.E.T.


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Erinnert sich jemand noch an den melodischen Hardrock der 70er und 80er Jahre? Geht bei Namen wie Journey, Giant oder Def Leppard ein Lämpchen an? W.E.T. spielen genau in dieser Liga, was nicht nur auf den Musikstil sondern ebenso auf die Qualität schließen lassen soll. Ihre Musik ist stark an die Rockmusik dieser beiden Dekaden angelehnt mit typischem Strophe-Chorus Songaufbau, schnell ins Ohr fallender Gitarrenarbeit und vor allem sehr melodischen Gesangslinien. Alle zwölf Lieder gehorchen diesem Prinzip, wenn auch mit kleinen Variationen, viel wichtiger jedoch, sie alle befinden sich auf einer hohen Qualitätsstufe. Das Album hört sich wunderbar am Stück durch, die Musiker interagieren mit großer Präzision und Leichtigkeit, die Kompositionen sind auf das wesentliche beschränkt, schöne Gitarrensoli (heutzutage selten geworden) und ein grandioser, wenn auch unterschätzter, Sänger. Was will man eigentlich mehr?

Jeff Scott Soto war von 2006 bis 2007 Sänger bei Journey (als Ersatz für den erkrankten Augeri), doch er bekam nicht die Möglichkeit länger bei der Band zu bleiben und wurde von dem aus den Philipinen stammenden Arnel Pineda ersetzt. Was unternimmt Soto als Antwort darauf, dass er in der kurzen Zeit bei Journey nicht die Chance bekommen hat ein Album aufzunehmen? Er ruft eine Journey-Kontraband ins Leben und zeigt, wie Journey hätte klingen können, wenn sie Soto behalten hätten. Genau das verkörpert W.E.T. Im Gesang von Soto sind seine Vorbilder klar herauszuhören. In „Running From The Heartache” klingt er Joe Elliot von Def Leppard unfassbar ähnlich oder besonders in „If I Fall“ ist er von Steve Perry (Ex-Journey) kaum zu unterscheiden.

Die Buchstaben stehen übrigens für Work Of Art, Eclipse und Talisman – drei Bands, in denen die drei Musiker eigentlich beheimatet sind. Jeff Scott Soto (Talisman) singt die größtenteils von Erik Martensson (Eclipse) komponierten Songs. Einzig die Funktion von Robert Säll (Work Of Art) erschließt sich nicht eindeutig, denn er taucht zwar oft als Mitautor der Musikstücke auf, musiziert aber nur ein einziges Mal an der Gitarre. Andere Musiker sind hier deutlich regulärer vertreten ohne zur Band zu gehören. Klingt komisch, ist aber so.

Wie es sich für eine Rockband gehört, darf auch die ein oder andere Ballade nicht fehlen, wie „Comes Down Like Rain“ und „One Day At The Time“. Als kleine Beilage bekommen wir noch eine DVD mit drei Videoclips, wobei besonders „One Love“ so kitschig ist wie die Videoclips der 80er Jahre, mit seltsamen Visualisierungseffekten im Hintergrund, wie man sie von typischen Media Playern kennt. Außerdem noch ein langes Interview über die Entstehung dieses Projekts, das vielleicht sogar mehr als ein Projekt sein wird. Nach diesem gelungenen Debüt sollte es eine Fortsetzung geben.

Anspieltipps:

  • One Love
  • Brothers In Arms
  • Running From The Heartache
  • One Day At The Time
  • If I Fall

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