Chris Brown - Graffiti - Cover
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Chris Brown Graffiti


  • Label: Zomba/Sony Music
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Graffiti“ deutet nur in drei, vier Fällen an, was Chris Brown in Wahrheit drauf hat.

Der 20jährige US-R&B-Star Chris Brown hat wahrlich kein leichtes Jahr hinter sich, in dem auch seine Karriere auf dem Spiel stand. Wobei: Noch ist nicht raus, inwieweit das Publikum bereit ist, über die skandalträchtigen Geschehnisse des 9. Februar 2009 hinwegzusehen. An diesem Tag wurde Chris Brown von der Polizei verhaftet, weil er seine Ex-Freundin, Popstar Rihanna (21), verprügelt hatte. Er gestand die Tat vor Gericht und entging damit einer mehrjährigen Haftstrafe.

Auch wenn im Showbiz gilt, dass eine schlechte Story besser als gar keine ist, hat sich das hoffnungsvolle R&B-Talent mit der Aktionen gewiss keinen Gefallen getan. Doch blenden wir das Ganze aus und widmen uns „Graffiti“, dem dritten Studioalbum von einem DER Hitlieferanten der vergangenen drei, vier Jahre. Für dieses hat sich der 20-Jährige eine ganze Reihe an Featuregästen ins Studio geholt, in dessen vollständigen Genuss allerdings nur die Käufer der Deluxe Ausgabe von „Graffiti“ kommen.

Diese wartet mit satten sechs Bonus Songs auf und komplettiert die gesamte Gästeschar, die sich damit wie folgt verteilt: Lupe Fiasko ist in „Girlfriend“ zu hören, Sean Paul in „Brown skin girl“ (wer damit wohl gemeint sein mag...?), Lil’ Wayne und Swizz Beatz geben in „I can transform ya“ ihr Bestes, Plies in „What I do“, Tank in „Take my time“), Eva Simons in „Pass out“ und Trey Songz & Game in „Wait“. Dazu kommt eine nicht minder umfangreiche Produzentenschar, zu der u.a. Polow da Don (Nas, 50 Cent, Pussycat Dolls), Tha Bizness (R. Kelly, Ice Cube, Kelly Rowland) Ryan Leslie (Britney Spears, Usher, Beyoncé) und The Runners (Juelz Santana, Ciara, Mariah Carey) gehören.

Dieses Aufgebot kann sich durchaus sehen lassen, schützt aber nicht davor, dass die Renovierung des traditionellen R&B-Sounds, die Chris Brown auf „Graffiti“ wohl vor hatte, nicht so richtig aufgehen mag. Brown mischt futuristische Computer Beats, E-Gitarren und synthetische Stimmen mit House- und Elektroklängen („I can transform ya“, „I.Y.A.“, „Pass out“), kommt aber doch immer wieder in altbewährten Regionen an. Dort kristallisieren sich dann auch die stärksten Songs des Albums heraus, weil sie die Hörgewohnheiten des Hitparaden affinen Hörers am besten bedienen („Crawl“, „So cold“, „What I do“, „Wait“). Hier zeigt sich Browns Händchen für eingängige Melodien und sein Gespür, aktuell angesagte Sound-Trends für sich zu gewinnen.

Doch wie schon erwähnt: Grundsätzlich gut geht das nicht. So hat Ryan Leslie sicher schon besseres abgeliefert als das schwache „Famous girl“, das schwülstige Bettgeflüster in „Take my time“ geht heutzutage gar nicht mehr und erinnert fatal an R. Kelly, was auch kein Kompliment mehr ist und die billige Dancefloor-Ware in „Girlfriend“ sowie die einfallslosen Ping-Pong-Beats in „Fallin down“ sind auch keine Aushängeschilder für „Graffiti“, das damit insgesamt nur durchschnittliches Niveau erreicht, aber in drei, vier Fällen mehr als andeutet, was Chris Brown in Wahrheit drauf hat.

Anspieltipps:

  • Crawl
  • So cold
  • Lucky me
  • Sing like me
  • Falling down

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