Stanfour - Rise And Fall - Cover
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Stanfour Rise And Fall


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles durchaus hörbar, aber keines der Lieder drängt sich auf, im Gedächtnis der Hörer verweilen zu wollen.

Es gibt Lieder, die sind einfach fürs Radio geschrieben. Eines dieser Lieder der laufenden Saison ist wohl ganz klar Stanfours „Wishing You Well“. Zartes Pianospiel, welches im Radio natürlich gekürzt wird, eine Stimme zwischen A-Ha, Keane und One Republic und ein Höhepunkt gegen Ende des Tracks, der den Hörern im Ohr bleibt. Voíla! Die Senkrechtstarter aus Deutschland, die in Amerika ihre Karriere starten. Das ist ja nicht unbedingt häufig und so drückt man Konstantin, Alex, Eike und Christian schon ein bisserl die Daumen und wünscht, dass da noch mehr Material schlummert, welches sich in die Gehörgänge vieler, vieler Menschen fräsen wird. Anfangs kommt der Erfolg und wer weiß… vielleicht kommen die vier ’Schländer ja nicht nur mit Eingängigkeit, sondern auch mit frischen Ideen und Arrangements daher.

Die Einflüsse Amerikas sind unüberhörbar und das ist irgendwo auch gut so, denn wenngleich man an keiner Zeile und keiner Idee mehr merkt, dass hier Deutsche am Werk sind, wirken Stanfour souverän und abgeklärt. Da fließen Balladen wie die folgenden „Sail On“ und „Life Without You“ nur so aus den Boxen und lassen One Republic zwar nicht vor Angst erzittern, jedoch ist ein anerkennendes Raunen drin. Ansonsten liegt das Hauptaugenmerk eben auf diesen kraftvollen Pop-Songs, wie „Wishing You Well“ einer ist. Ein „Say You Care“ kann da nicht ganz mithalten und überhaupt unterliegt die einseitige Thematik irgendwann einer Gravitationskraft, die erdrückend ist. Es ist die ein oder andere belebte Gitarre, welche das Konstrukt Stanfour am Leben hält und nicht als starres Gebilde erscheinen lässt.

Immer klappt das natürlich nicht, wie zum Beispiel bei „Face To Face“, welches wie die Killers auf Speed und ohne Sympathie klingt. Gequietsche mit Rockeinlage, aber so peinlich wie „Automatisch“ ist das dann zum Glück noch nicht. Da dann lieber wieder Großpopepen wie „Tired Again“, die zwar so schon tausend Mal zu hötren waren, ihr Ziel aber nie verfehlen. Die Elektroausflüge in „I’ll Wait For You“ sind da viel grenzwärtiger und funktionieren nur bedingt und sorgen für eine recht kurz gehaltene Lebensspanne. So hält es sich dann auch mit dem Album. Alles durchaus hörbar, aber keines der Lieder drängt sich auf, im Gedächtnis der Hörer verweilen zu wollen. Stanfour sind das Nuts, wenn gerade kein Snickers zur Hand ist (wir gehen hier vom Popularität und nicht Geschmack aus). Sein wir ehrlich und gucken der Realität ins Gesicht: Zweite Wahl.

Anspieltipps:

  • Wishing You Well
  • Sail On
  • Face To Face

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