Frankie Goes To Hollywood - Frankie Say Greatest - Cover
Große Ansicht

Frankie Goes To Hollywood Frankie Say Greatest


  • Label: ZTT/Universal
  • Laufzeit: 73 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie waren die Popsensation in den frühen 80er Jahren und das, obwohl sie nur sechs Jahre lang existierten und lediglich zwei Studioalben auf den Markt brachten: Frankie Goes To Hollywood. Doch diese kurze Zeit reichte, um die Band aus Liverpool um die charismatischen Sänger Holly Johnson (49) und Paul Rutherford (50) zum heißesten Scheiß von Oktober 1983 bis Oktober 1986 auf dem Globus zu machen.

Frankie Goes To Hollywood – neben Rutherford und Johnson waren dies Drummer Peter Gill, Bassist Mark O’Toole und Gitarrist Brian Nash (Gitarre) – wurden von Produzentenlegende Trevor Horn (The Art Of Noise, t.A.T.u., Genesis, Paul McCartney, Mike Oldfield) entdeckt und gefördert. Dabei zogen die Band und ihre Macher sämtliche Register der modernen Popmusik, was bedeutet, dass neben der Musik auch das Drumherum ganz wichtig ist. Dazu gehörten skandalöse Videoclips und zwei Sänger, die offenbar schwul sind. Das genügte damals, um z.B. von der altehrwürdigen BBC boykottiert zu werden.

In ihren Songs schockten Frankie Goes To Hollywood mit politischen („Two tribes“) und sexuell anzüglichen Texten („Relax“) und versöhnten die Sittenwächter mit einer der schönsten Balladen der Popgeschichte („The power of love“). Damit knackten die Liverpoller den englischen Chart-Rekord von Gerry & The Peacemakers, indem sie jene drei Singleauskopplungen jeweils auf Platz eins der UK Charts brachten.

Im April 1987 war Schluss mit Frankie Goes To Hollywood und die Bandmitglieder machen zeitweise solo weiter, wobei nur Holly Johnson richtig erfolgreich war. 1993 erschien mit „Bang!... The Greatest Hits” die erste Hit-Kopplung über Warner Music, der sukzessive weitere Remix-Sampler sowie die Re-Releases der beiden Studioalben folgen sollten. Nach einer siebenjährigen Veröffentlichungspause steht nun das zweite „Greatest Hits“-Album von Frankie Goes To Hollywood an, das, gelinde gesagt, mehr als sinnlos ist, da seit der ersten „Greatest Hits“-Auswertung keine weiteren Smasher hinzugekommen sind. Trotzdem zaubern die Macher, diesmal aus dem Hause Universal Music, eine veränderte Trackliste aus dem Hut.

Von der Ur-Version fehlen nun plötzlich die Tracks „For heaven’s sake“, „The world is my oyster” und „Bang”. Dafür werden mit „Is there anybody out there?“, „The waves”, „(Tag)” und „Happy hi!” gleich vier ausgetauschte Songs sowie drei zusätzliche Mix-Versionen von „Relax“ und „Two tribes“ präsentiert. Solche Retuschen sind natürlich ausgemachter Blödsinn. Sie zeigen nur, dass der eigentliche Kern an Superhits in Wahrheit geringer ausfällt, als uns die Tracklist, in der sich auch die Coverversionen „War“, „Ferry cross the Mersey“ und „Born to run“ befinden, weismachen will.

Fazit: Bis auf ein paar kleine Austauschbarkeiten bietet „Frankie Say Greatest“ tolle Musik, die in Form dieser erneuten Zusammenstellung allerdings nicht nötig war.

Anspieltipps:

  • Rage hard
  • Two tribes
  • The power of love
  • Ferry cross the Mersey
  • Welcome to the pleasuredome

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Frankie Goes To Hollywood“
comments powered by Disqus