Gluecifer - B-Sides And Rarities 1994-2005 - Cover
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Gluecifer B-Sides And Rarities 1994-2005


  • Label: People Like You/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Stolz der skandinavischen Rotz-Rock-Welle der 90er Jahre liegt in Trümmern und die einst so coolen Bands sind entweder aufgelöst oder nur noch ein Schatten früherer Glanzzeiten. Unsere Freunde von Gluecifer aus Oslo in Norwegen um Sänger Biff Malibu und Gitarrist Captain Poon haben sich zum Beispiel bereits im Jahr 2005 getrennt, nachdem die Band zwischenzeitlich einen Major-Vertrag in der Tasche hatte und zum zehnjährigen Bandjubiläum im Jahr 2004 mit „Automatic Thrill“ eines ihrer besten Alben vorgelegt hatte. So ein Pech!

Doch noch ist der Traum nicht ausgeträumt! Denn obwohl die Norweger seit 2005 getrennte Wege gehen, bedeutet das nicht, dass nicht doch noch irgendwelche Schätze in den Archiven schlummern, die man ohne das Ansehen der Band zu ruinieren veröffentlichen könnte. Und so bringen die „Kings of Rock“ auf dem wieder belebten deutschen Kultlabel I Used To Fuck People Like You In Prison Records eine Sammlung von 17 Songs, die es nicht auf die Alben der Jungs geschafft haben frisch auf den Markt.

Gitarrist Captain Poon höchstpersönlich hat sich durch Single-B-Seiten und Sampler-Beiträge gewühlt und dabei so manche Rotz-Rock-Perle zu Tage gefördert. Als Opener fungiert zum Beispiel der letzte von der Band aufgenommene Song „Desolate city“ und im Mittelteil kommt die Debütsingle „Gods chosen dealer“ zu neuen Ehren. Garniert wird der erfrischend raue Rock-Spaß mit Coverversionen des Cheap-Trick-Klassikers „Surrender“ (1978) und des Thin-Lizzy-Tracks „Thunder and lightning“ (1983). Gluecifer klingen dabei nicht wie eine rumpelnde Kellerband, sondern wie eine junge unbekümmert aufspielende Kapelle, die neben einer vernünftigen Produktion auch das nötige Talent mitbringt, um sich auf dem umkämpften Rockmarkt durchzusetzen.

Was daraus geworden ist, wissen die Rockfans inzwischen: Einer der aufregendsten skandinavischen Rockacts der 90er Jahre, bei dem sogar vermeintliche B-Ware mehr Qualität besitzt, als so manches aktuelle Debütalbum. Da kann bedenkenlos zugegriffen werden, auch wenn der Titel „B-Sides & Rarites“ im ersten Moment nicht so sexy wirkt.

Anspieltipps:

  • Speedfoot
  • Surrender
  • Shitty city
  • Gods chosen dealer
  • Thunder and lightning
  • You keep me up all night

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