Savoy Grand - Accident Book - Cover
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Savoy Grand Accident Book


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Da sind sie also wieder, die Könige der Langsamkeit und Melancholie, Savoy Grand. Vier Jahre nach dem Meisterwerk „People And What They Want“, produzierte Mastermind Graham Langley das vierte Album der Band mit dem Titel „Accident Book“. In der Besetzung aus Langley (u. a. Gesang, Gitarre), Neil Johnson an der Gitarre, Kieran O´Riordan an den Tasten und Schlagzeuger Darren Simpson schufen die Engländer von Savoy Grand ein Werk, das erneut jede Menge Innigkeit und Sehnsucht verspüren lässt, doch nicht verhehlen kann, dass es an den ganz großen Songs und Details eher mangelt.

Man schwelgt ab der ersten Sekunde im nebulösen Wohlklang aus unterschwelligen Gitarren, sanften Percussions, malerischen Skizzen aus den Tiefen der menschlichen Psyche und ist sich dennoch deren Kraft bewusst, die man gemeinhin als Hoffnung bezeichnet. Eben diese Schnittmenge haben Savoy Grand perfektioniert und bieten vor allem dank Songschreiber Graham Langley eine wohl ewig währende Größe an Einfühlungsvermögen und großen, umarmenden Momenten, die so nebensächlich erscheinen. Dabei ist seine Stimme der magisch anziehende Fixpunkt, welche gleich bei den ersten Zeilen von „A Good Walk Spoiled“ gefangen nimmt und bis zum Ende immer wieder neu fasziniert. Dennoch verbreitet sich mit andauernder Spieldauer eine nüchterne Stimmung, die erst wieder bei „The Undertaking“ der Entspannung weicht, dass sich doch noch mehr bewegt in Sachen Songwriting.

Zu sehr wird sich zwischendrin auf dem Erreichten ausgeruht und der Ruhe zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Stärke von Savoy Grand, nämlich das Innehalten zwischen den empor steigenden Ideen und musikalischer Vielfalt, gerät zum eigentlichen Song, in dem im Mittelteil des Longplayers die markanten Hoffnungsschimmer fehlen. Erfreulicherweise fokussiert „The Undertaking“ mit seinem strafferen Rhythmen den Blick wieder auf das Wesentliche, endet mit einem kurzlebigen Anheben der Lautstärke und wird so wunderbar von „The Mountaineer“ aufgefangen, bei dem nur ein paar gezupfte Gitarrensaiten und das Vibraphone genügen, um zusammen mit Langleys flehender Stimme die Wogen zu glätten und das versöhnliche Ende der Platte einzuläuten. Im Februar/März folgt die Tour, auf die man sich so oder so freuen darf.

Anspieltipps:

  • A Good Walk Spoiled
  • The Undertaking
  • The Mountaineer
  • Photophobia

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