Tina Dico - Soundtrack: The Road To Gävle - Cover
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Tina Dico Soundtrack: The Road To Gävle


  • Label: Finest Gramophone/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Tina Dico hatte vom dänischen Regisseur, Schauspieler und Musiker Nikolaj Steen eine lockere Anfrage bekommen, ob sie etwas Musik für seinen neuen Film „Oldboys“ beisteuern könne. Eigentlich hatte Dico gerade die Planungen für ihr siebtes reguläres Studioalbum abgeschlossen, machte sich aber mit ihren Begleitmusikern Dennis Ahlgren und Helgi Hrafn Jonnsón an die Arbeit zu der Filmmusik. Dabei wurde aus ihrem kleinen Beitrag immer mehr und letztlich spielte sie den gesamten Soundtrack ein.

Der Film handelt von einem älteren Mann, der mit seiner Seniorenfußballmannschaft nach Gävle in Schweden reisen will. Er wird jedoch bei einem Tank- und Klostop an der Raststätte vergessen, springt zu einem Tankstellenräuber ins Auto und beginnt langsam auf dem Weg Richtung Gävle sein bisheriges Leben zu überdenken und zu ändern. Diese Entwicklung ist auch auf dem Album wiederzufinden. „Long way home“ eröffnet die Reise und stellt Leitthema der CD und des Films vor „It is a long way home when you burn down every bridge“ und stellt gleichzeitig die Frage ob das nach Hause kommen immer erstrebenswert ist. Musikalisch harmonieren die drei Musiker sehr gut, über allem steht aber die großartige Stimme der Dänin. Leider fällt hier aber auch bereits der Nachteil der Veröffentlichung ins Ohr. Die Produktion ist relativ flach, Höhen wie Tiefen wurden auf ein Mittelmaß eingepegelt. Dadurch kommt der Gesang nicht so zur Geltung wie er es verdient hätte.(wer sie schon mal live hörte, vergisst diese Stimme nicht so schnell).

Nichtsdestotrotz folgt man gerne der Weiterreise, die feinsten Songwriter-Pop erster Klasse bietet. Die Mid-Tempo-Nummer „In love and war“ ist zudem ein sehr guter Beweis, dass die Stimmen von Dico und Jonssón so gut zusammen passen, dass man bereits nach diesem Stück das Gefühl bekommt hier haben sich zwei Menschen nicht erst vor einem Jahr gefunden, sondern singen schon seit langem miteinander. Der „Rebel song“ ist dann ein Schwachpunkt auf dem Silberling. Das liegt aber keinesfalls daran, dass schnellere Songs nicht zu der in London lebenden Dänin passen, sondern ausschließlich an der Produktion des Liedes. Hinter den Instrumenten verschwindet der Gesang immer mehr, lediglich wenn die Instrumentierung verringert wird ist sie deutlich zu verstehen.

Genau das Gegenteil ist dann im folgenden „Swedish skies“, im Film kurz nach dem Grenzübergang Richtung Schweden zu hören. Wiederum eine Mid-Tempo-Nummer, die jedoch hervorsticht, weil diesmal nicht immer Dico mit Jonsson zusammen singt, sondern beide gleichverteilt Strophen zu dem Song darbieten. Ob der Song deshalb besser klingt, weil Helgi Jonssón ihn produzierte, sei dahingestellt. Im weiteren Verlauf zeigt Tina Dico eindrucksvoll wieso sie eine international gefeierte Songwriterin ist. Von a-cappella-Songs bis schnellen fast rockigen Melodien ist hier alles zu finden, wofür sie bekannt ist. Zudem profitiert sie davon, dass ihr mit Helgi Jonsson ein hervorragender Multiinstrumentalist (in „Private Party“ ist er mit Posaune zu hören) und mit Dennis Ahlgren ein unauffälliger, nichtsdestotrotz sehr guter Gitarrist und Schlagzeuger zur Seite stehen, die das Album abrunden und zu einer lohnenswerten CD machen. Schade, dass dies aufgrund der mittelmäßigen Produktion nicht angemessen gewürdigt wird. Ein wichtiger Nebenaspekt ist aber doch, dass der Silberling Lust auf den Film macht, auch wenn bislang in Deutschland kein Veröffentlichungstermin feststeht.

Anspieltipps:

  • Long way home
  • Swedish skies
  • Silence in the car /li]
    Popmusik für Rohrleger

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