Brothers Of End - The End - Cover
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Brothers Of End The End


  • Label: Konjaga/Playground Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Während sich Cardigans-Sängerin Nina Persson schon seit Anfang des Jahres mit ihrer Zweitband A Camp intensiv die Zeit vertreibt, haben ihre Cardigans-Kollegen Bengt Lagerberg und Lars-Olof Johansson inzwischen ebenfalls ein neues Projekt am Start, nachdem sich die beiden bereits seit 2008 in der obskuren Country-Cover-Band Up The Mountain betätigen. Als Brothers Of End veröffentlichen sie nun zusammen mit dem Journalisten und Musiker Mattias Areskog (u.a. Friska Viljor) ihr Debütalbum „The End“ auf ihrem eigenen Label Konjaga.

Die drei „Brothers Of End“-Musiker wuchsen zusammen in der schwedischen Stadt Jönköping auf und musizierten schon als Teenager miteinander. Dann verloren sich ihre Wege und erst im Sommer 2007 fanden die Drei auf einem Musikfestival zufällig wieder zueinander. Dabei entstand die Idee einer gemeinsamen Band, die jetzt (endlich, möchte man sagen) auch ein Album vorweisen kann, das nach eigenen Angaben als „kick-ass-slow-drive-pop-album” zu verstehen ist. Und in der Tat kristallisieren sich die Songs auf „The End“ vordergründig als herbstlich düstere Klanglandschaften heraus, z.B. wenn im Opener „Why“ leicht psychedelische Sitar- und Akustikgitarrenklänge aufwarten, aus denen sich recht bald eine kleine, aber feine Melodie nebst bezauberndem Chorgesang herausschält, die mit ihren schwachen Sonnenstrahlen durch das dichte Geäst eines dunklen Walds dringt, wie man ihn auf dem Albumcover sehen kann.

Langsam, ruhig und bedächtig geht es dabei zu, so dass es dem Hörer anfänglich wie ein Suchen und Entdecken üblicher Pop-Strukturen vorkommen mag. Dabei führt der Hinweis auf ein Popalbum tatsächlich eher in die Irre. Klar, entsprechende Melodien und Ansätze dazu sind durchaus vorhanden („Misbehaving“, „Beats for you“), doch mit den gewohnten Eigenschaften eines Cardigans-Albums ist „The End“ in keiner Weise zu vergleichen. Denn wo dem Hörer bei der Hauptband von Bengt Lagerberg und Lars-Olof Johansson Melodien und Riffs förmlich ins Gesicht springen, müssen bei den Brothers Of End deutlich abgespeckte Arrangements im Mantel von 60er Jahre Folkmusik in Kauf genommen werden, bei denen höchstens mal ein paar Streicher integriert werden („FC vs dynasty“) und dafür umso lieber auf akustische Neil-Young-Anleihen zurückgegriffen wird („Too late“). So entwickeln die Schweden auf „The End“ ein eigenständiges Klangbild, aus dem sich unterm Strich ein schönes Album entwickelt, das wie für Herbst- und Wintertage geschaffen zu sein scheint.

Anspieltipps:

  • Why
  • Wish
  • Big bird
  • Too late
  • FC vs dynasty

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