pg.lost - In Never Out - Cover
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pg.lost In Never Out


  • Label: Black Star Foundation
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine turbulente Entstehungsgeschichte haben die vier Schweden hinter sich, viele Wechsel der Besatzung, des Bandnamens und des Musikstils. In einer dieser Phasen gab es keinen Gitarristen aber dafür einen Sänger und heute ist es genau umgekehrt. Heute stehen pg.lost für atmosphärischen Post-Rock, wie er aus dem Hause Explosions In The Sky, This Will Destroy You oder auch der deutschen Band Daturah bekannt ist. Das pg steht übrigens für penguine. Dieser verlorene Pinguin scheint auf seiner unbekannten Reise viel Inspiration zu schöpfen. Es mangelt ihm nicht an Kreativität, offenbart er uns mit „In Never Out“ sein zweites Album, das nur ein Jahr nach dem Debüt „It's Not Me, It's You“ das Licht der Welt erblickt und von seinen Wegen, den erlebten Abenteuern und Emotionen erzählt.

Die Reise beginnt unter der Wasseroberfläche. Der Pinguin ist auf Tauchstation und sein Echolot durchbricht die anfängliche Stille („Prahanien“). Das Leben in den Tiefen verläuft in seinen üblichen Bahnen, doch plötzlich taucht ein Orca auf und unser Rumtreiber muss um sein Überleben kämpfen, schnell schwimmen, ausweichen und ein Versteck suchen. Wenn der Verfolger aufgegeben hat, wird der Gejagte selbst zum Verfolger, denn die Flucht verursacht durchaus Hunger und so begibt er sich auf Nahrungssuche nach Sardellen, Sardinen, Krebstieren und kleinen Tintenfischen („Jura“). Nach der Mahlzeit gönnt sich der Seevogel eine Verdauungspause an Land, bevor er von einem Polarbär unsanft aus seinen Träumen gerissen wird („Heart Of Hearts“). Ab ins kalte Wasser, wo die Gefahren und Abenteuer lauern, weiter vordringen in unbekannte Gebiete.

Die Nacht bricht langsam herein, es wird dunkel, düster und unheimlich („Still Allright“). Vorsicht ist geboten, an Land und in Sicherheit flüchten angebracht, doch es macht sich eine Angst breit so alleine ohne die anderen Pinguine. Als endlich ein neuer Tag beginnt, die ersten Sonnenstrahlen die kalte Luft und die Wasseroberfläche durchbrechen, schwindet die Angst. Dafür überkommt den Pinguin das Gefühl des Heimwehs und er versucht seine Traurigkeit und seine Sorgen zu verdrängen („Crystalline“). Die Sonne klettert am Himmel empor und auch der Pinguin beschließt seine Reise fort zu setzen („Gomez“). Wohin weiß er allerdings selbst nicht.

„In Never Out“ ist eine schöne Musik zum Abtauchen, manchmal ein wenig monoton, aber keinesfalls langweilig. In der richtigen Stimmung kann sie einen mitreißen, in der falschen aber auch völlig kalt lassen. Zu schnelle Schlussfolgerungen sind zu vermeiden, die emotionale Schicht muss einmal erst erreicht werden. Das ist wie beim Psychiater, der seine Patienten über Monate oder sogar Jahre erzählen lässt, langsam daraus auf die Emotionen schließt und mehr oder weniger den Patienten zur Selbsteinsicht führt. Pg.lost erzählen uns solche tief greifenden Geschichten, die wir langsam zu ergründen versuchen.

Anspieltipps:

  • Heart Of Hearts
  • Still Allright
  • Crystalline

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