Arms And Sleepers - Matador - Cover
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Arms And Sleepers Matador


  • Label: Expect Candy/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In einer großen Wolke, irgendwo zwischen Ambient, Elektro und TripHop, schweben Arms And Sleepers. Ein Stück dieser Wolke heißt „Matador“ und ist das zweite Album dieser Formation, die lediglich aus zwei Amerikanern besteht. Wenn man als Duo mehr musikalische Optionen zur Verfügung haben möchte, ist es sinnvoll sich eine Hand voll Gäste einzuladen, die die eigene Musik verfeinern. So geschehen auf „Matador“, das nicht nur viele Gesangsbeiträge von unterschiedlichen Musikern beinhaltet. Das mag durchaus die Befürchtung eines nicht runden und stark schwankenden Albums schüren. In diesem Jahr haben aber bereits Archive mit „Controlling Crowds“ bewiesen, dass vier verschiedene Stimmen der Stimmung eines Albums nichts anhaben können. Ähnlich ist es bei Arms And Sleepers. Doch sind auf „Matador“ die Differenzen zwischen den Gesangsgästen nicht so groß wie bei Archive. Das liegt in den melancholischen, zarten Gesangslinien begründet, mit denen sich alle Beteiligten an die verträumte elektronische Musik von Max Lewis und Mirza Ramic anpassen. Genau der richtige Weg um die vorherrschende Stimmung nicht durch zu charakteristische und herausstechende Stimmen aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ohne Gesang eröffnet sich sogar die Möglichkeit ein wenig mutiger ans Werk zu gehen und die Musikwolke in Richtung atmosphärischer Post-Rock zu bewegen, wie in „Helvetica“, oder auch eine Spur mehr Elektro der Marke Röyksopp einzustreuen, vor allem in „Kino“. Ganz gleich ob nun gesungen wird oder nicht, ob ein Stück vom Klavier eingeleitet und von elektronischen Tönen geschluckt wird („Matador“), ein Hauch von Glockenspiel eine Elektro-Pop-Nummer begleitet („Twentynine Palms“), Synthesizer Akkordeonklänge an französische Motive erinnern („Kino“), oder sich das Ganze einfach im Ambient wohlig breit macht („The Paramour“), die Musik bleibt ihrer Linie der Emotionalität treu und schweißt so das Album zusammen. Sie verbreitet eine geheimnisvolle Aura, irgendwie bedrückend aber auch Trost spendend.

Einziges Manko sind zwei unnötige Tracks, das Intro „Orly“, das zu schnell vorbei und auch zu ereignislos ist, um einen Eindruck zu hinterlassen und „Words Are For Sleeping“, das lediglich ein Motiv aus „Matador“ wiederholt und somit verzichtbar ist. „The International“ ist allenfalls durchschnittlich und läuft der Gefahr aus, wie die zuvor genannten, zu einem Skip-Track zu werden und auch der Bonustrack „L-Orizzont“ kann keine Akzente setzen. „Matador“ ist somit noch nicht der ganz große Wurf, aber Arms And Sleepers sind auf einem guten Weg und werden sicherlich in Zukunft ihr Können noch besser in Szene setzten. In der Zwischenzeit verbleiben uns diese Noten zum Genießen, während die Wetterfee in der kalten Jahreszeit vor der Haustür ihr Unwesen treibt.

Anspieltipps:

  • Matador
  • Twentynine Palms
  • Helvetica
  • Kino

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