Mudvayne - Mudvayne - Cover
Große Ansicht

Mudvayne Mudvayne


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man zum ersten Mal Mudvaynes inzwischen fünften Release in den Händen hält, könnte man zunächst denken, sie hätten einen besonders käuferunfreundlichen Weg gefunden, um die Produktionskosten für ihr selbstbetiteltes Werk niedrig zu halten: Das komplette Artwork und Booklet sind weiß wie Schnee, nur auf der Rückseite ist der Strichcode als einziger Tintenfleck auf dem blanken Papier. Der Pressetext gibt dann jedoch Aufschluss über die eigenwillige Gestaltung: Die Band hat sich etwas ganz besonderes für die Käufer der guten alten Compact Disc ausgedacht, denn das Artwork ist nur unter Schwarzlicht sichtbar. Sänger Chad Gray ist davon überzeugt, dass sich die zusätzliche Arbeit für die Schwarzlicht-Kunst durchaus gelohnt habe: Trotz der anfänglichen Sorge, das Ergebnis könne der Idee letztendlich nicht gerecht werden, sei dank Tattoo-Künstler Paul Booth, der das Motiv entwickelte, ein großartiges Cover entstanden. Man kann es halt nur nicht sehen. Über den Sinn einer solchen Aktion darf also durchaus gestritten werden.

Zur Aufnahme des Albums begab sich die Band wieder in die völlige Isolation in einer vollkommen neuen Umgebung: Es ging nach El Paso, Texas, an die Ufer des Rio Grande, welcher sich nach Aussage der Band positiv, weil verstörend-inspirierend, auf das Songwriting der Band auswirkte. Musikalisch bietet das Quartet überraschend dynamischen Metal mit einer starken Rhythmus-Fraktion: Bassist Ryan Martinie und Schlagzeuger Matt McDonough setzen den schnittigen Gitarrenriffs von Greg Tribett gezielt eine dicke Portion Druck entgegen, durch die die Musik erst so richtig fett aus den Boxen knallt. Vielfältig und den vielen Breaks und Tempowechsel der Band angepasst gibt sich Sänger Gray, der von nachdenklichen und getragenen Gesangspassagen, die auch gerne mal überraschend melodiös ausfallen dürfen, bis hin zu aggressiven-wütenden Schrei-Ausbrüchen alles beherrscht, um der Musik die nötige Tiefe zu geben.

Besonders auffällig an „Mudwayne“ sind die geschickt eingearbeiteten Breaks, wie zum Beispiel im Song „1000 Mile Journey“, welcher nach stürmischem und druckvollem Beginn auf halber Strecke eine Kehrtwende zu einem ruhigeren und sich langsam aufbauenden zweiten Teil erfährt. Dem setzt die Band eingängige Brecher wie die kürzeren Lieder „Closer“ oder „I Can't Wait“ entgegen oder reduziert bei „Dead Inside“ den Song auch schon mal auf Akustikgitarre und gefühlvollen Gesang, bleiben dabei jedoch immer düster und geben sich trotz melodiöser Ansätze zum Glück nie zu poppig. Auch wenn „Scream With Me“ doch schon sehr stark in Richtung Radiotauglichkeit schielt und aufzeigt, warum Mudvayne mit ihren letzten drei Alben Gold-Status in den Vereinigten Staaten erreicht haben. In diesen Momenten fehlen einigen Songs dann eben doch zu wenig Kanten um vollends zu überzeugen („All Talk“). „Mudvayne“ hat somit teilweise sogar sehr starke Momente, aber zu einem durchweg positiven Eindruck reicht es nicht.

Anspieltipps:

  • 1000 Mile Journey
  • Heard It All Before
  • Out to Pasture
  • Dead Inside

Neue Kritiken im Genre „Nu-Metal“
6.5/10

The Serenity Of Suffering
  • 2016    
8/10

The Mask Of Hypocrisy
  • 2015    
4/10

Anything That Moves
  • 2015    
Diskutiere über „Mudvayne“
comments powered by Disqus